Yoshitaka Ushiki – Merry Nightmare 05 (Manga)

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Eines der beliebtesten Manga-Genres ist Shounen. Serien wie „Dragon Ball“, „One Piece“ oder „Naruto“ zählen zu den Kassenschlagern und sind über alle Zeiten hinweg bekannt und berühmt. Allerdings muss man ebenfalls sagen, dass die Frauen in diesen Mangas nicht wirklich gleichberechtigt dargestellt werden. Sie sind häufig nur schmückender Anhang und dürfen auch mal ein paar Gegner besiegen. Doch die unbestrittenen Stars sind immer noch die Jungs.

Allerdings gibt es Mangas, bei denen das anders ist – wie zum Beispiel „Merry Nightmare“, der von dem 1980 geborenen Mangaka Yoshitaka Ushiki geschrieben und gezeichnet wird. Der Künstler hat vor seinem Durchbruch hauptsächlich viele Touhou-Doujins gemacht.

„Merry Nightmare“ handelt von Yumeji, einem Jungen, der die Fähigkeit hat, Träume vorherzusehen. Eines Tages begegnet er dem Mädchen Merry Nightmare, das Schafsaugen und spitz zulaufende Ohren besitzt. Sie weiß nichts über sich und ihre Vergangenheit. Auf einmal müssen die beiden zusammenarbeiten, denn Traumdämonen greifen in die reale Welt ein und übernehmen die Körper von Menschen. Jemand muss sie aufhalten.

Gemeinsam mit dem Traumdämon John Doe bekämpfen sie zwei andere Dämonen, die einfach so Körper von Menschen übernommen haben. Es kommt zum Kampf, in dessen Verlauf Merry sich auf einmal wieder an Details ihrer Vergangenheit erinnert. Doch auch nach dieser Auseinandersetzung bleibt noch vieles im Unklaren. Und ihre Feinde schlafen im wahrsten Sinne des Wortes nicht.

Es fällt schwer, bei einem fünften Band einer Mangareihe die wesentlichen Fakten zusammenzutragen und kurz zu präsentieren. Deswegen wird es bald ein kleines Special geben, das sich dieser Aufgabe widmen wird.

Auf jeden Fall darf man nicht erwarten, problemlos in die Story einsteigen zu können. Man muss schon die Reihe von Beginn an verfolgt haben, um die diversen Figuren ohne Schwierigkeiten identifizieren zu können. Aber die Realitäten bei einer Mangareihe sind eben anders als bei so manchem Roman. Hier fällt es schwer, nötige Infos gesammelt zu präsentieren.

Doch es lohnt sich, die vorherigen Bände nachzukaufen, denn „Merry Nightmare“ ist einer der besten Shounen-Mangas, die man aktuell auf dem Markt kaufen kann. Was vor allem daran liegt, das Yoshitaka Ushiki eben nicht dem Genre-Standard entspricht, sondern seine eigenen Regeln definiert.

Denn beide Figuren sind absolut gleichberechtigt. Beide spielen in den diversen Shounentypischen Gefechten eine wichtige Rolle. Das zeigt sich vor allem in einer kleinen Szene, der man eigentlich keine großartige Bedeutung beimessen könnte. Es wird nämlich gezeigt, wie sich beiden abklatschen. Besser hätte der Mangaka nicht zeigen können, dass die Protagonisten auf Augenhöhe miteinander agieren.

Ein weiterer Fakt, wieso dieser Manga so gut ist, sind die Nebenfiguren und das Leben außerhalb der Auseinandersetzungen. Charaktere wie Yumejis gute Freundin Isana, bei der er wohnt, sind nicht nur schmückendes Beiwerk. Sie sind lebendig und tragen viel zur Story bei, genauso, wie sich auch glaubwürdig weiterentwickeln. So zieht zum Beispiel bald John Doe in Katzengestalt mit in den Haushalt ein.

Die Story entwickelt sich spannend. Merry hat jetzt endlich ihre Berufung gefunden, und einmal mehr wird klar, dass Yumeji kein normaler Junge ist, denn er kann ebenfalls in der Traumwelt existieren, obwohl er im Prinzip ein normaler Mensch ist. Oder? Hier werden geschickt Zweifel gesät, die sicherlich in den nächsten Ausgaben interessant werden.

Das interessante an diesem Manga ist auch, dass Yoshitaka Ushiki einige Szenen und Charaktere zeichnet, die Ecchi-haft (also einige sexuelle Anspielungen enthaltend) sein könnten, es aber nicht sind. So illustriert er zum Beispiel einige Nebenfiguren auf eine bewusst sexy Art, ohne dass es zu lüstern wirkt. Seine Frauenfiguren sind keine Pinup-Girls, sondern normale Charaktere, was eben mit dazu beiträgt, dass diese Szenen nicht so ecchi-haft wirken, wie man hätte meinen können.

Wobei der Autor aber auch mit einigen Tropen spielt. Es gibt etwa die bekannte Szene, in der Yumeji nichts ahnend ins Bad kommt, und dort Merry und Isana bereits vorfindet, die John Does Katzengestalt waschen. In anderen Mangas hätte man jetzt erwartet, dass die weiblichen Figuren nackt sind und nur geschickt platzierter Schaum oder Dampf gewisse Stellen überdecken. Nicht so hier. Hier tragen die beiden Mädchen Badeanzüge. Was den üblichen Ausgang dieser Szene, dass der männliche Charakter Prügel kriegt, dennoch nicht verhindert. Geschickt muss man sagen – und Respekt an Yoshitaka Ushiki aussprechen.

Allerdings muss man ebenso anmerken, dass der Mangaka sehr oft auf Hintergründe verzichtet. Er belässt es dann bei Andeutungen und der Fantasie des Lesers, sich den Rest zu denken. Was eigentlich nicht sein muss, denn Ushiki kann Hintergründe zeichnen. Er tut es nur einfach nicht.

Trotzdem, wer nach einem guten Manga sucht, der sollte auch in den fünften Band von „Merry Nightmare“ reingucken.

Cover © Toykopop

  • Autor: Yoshitaka Ushiki
  • Titel: Merry Nightmare
  • Teil/Band der Reihe: 5
  • Originaltitel: Yumekui Merry
  • Übersetzer: Kenichi Kusano
  • Verlag: Tokyopop
  • Erschienen: 08/2016
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 196
  • ISBN: 978-3-8420-1966-9
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 13/15 dpt


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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