Into the Badlands – Staffel 1 (Serie, 2 DVD/Bluray)

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Into the Badlands (Cover © Universum Film)Weite, idyllische Mohnfelder. Ein schmaler, staubiger Feldweg der diese Felder durchschneidet. Alles wirkt ruhig und friedlich, einzig ein Motorrad und eine Stimme aus dem Off zerbrechen diese Stille. Das Motorrad an sich stellt noch keine Bedrohung dar, es knattert eher gemächlich durch die Landschaft, die sich als postapokalyptisch herausstellt. Die Stimme aus dem Off jedoch zeigt auf, dass diese Ordnung, die in den ersten Bildern angedeutet wird, keine ist. Die Stimme gehört zu dem Mann auf dem Motorrad. Er hört auf den Namen Sunny und ist ein sogenannter Clipper. Er fasst kurz zusammen, dass in der fernen Vergangenheit etwas geschehen ist, was die Welt aus den Angeln gehoben hat. Ein nicht näher definierter Krieg hat die demokratische Ordnung, wie wir sie auf der Welt kennen, vollständig zerstört. Ein neues, feudales System etablierte sich, welches einer Diktatur gleichkommt. In diesem System herrschen die sogenannten Barone über ihre jeweiligen Ländereien. Die Untertanen oder auch Sklaven, welche Crogs genannt werden, dienen dem Baron in der Form, dass die jeweiligen Ressourcen, über die jeder Baron verfügt, von diesen Sklaven abgebaut werden. Damit sich die Barone schützen können, bilden sie Clipper aus, die eine Art Leibwächter der Barone sind. Clipper in der Ausbildung werden Colts genannt. Schusswaffen scheint es in der Welt der Badlands nicht mehr zu geben, weshalb sich die Ausbildung auf asiatische Kampfkünste mit Schwertern, Messern und dem eigenen Körper konzentriert.

Into the Badlands (Szenenbild © Universum Film)Die eingangs erwähnten Mohnfelder gehören dem Baron Quinn, der sein Reich mit harter Hand führt. Sunny ist seine rechte Hand und der beste Clipper in der Clipperarmee, die sich Quinn aufgebaut hat und die gleichzeitig die größte Ansammlung an Clippern unter allen Baronen ist. Als Zuschauer steigt man zu einem Zeitpunkt in die Geschichte ein, zu der Quinn die größte Macht aller Barone besitzt, ihm alle treu zu Diensten stehen und er niemanden zu fürchten braucht. Einzig zwei Faktoren könnten ihm bedrohlich werden: Die Witwe und ein Junge namens „M.K.“. Die Witwe ist ebenfalls eine Baronin und gebietet über die Ölfelder in dieser neuen Welt, von denen Quinn abhängig ist, da er das Öl zum Verarbeiten seines Mohns zu Opium benötigt. Auf die Ölfelder der Witwe hat Quinn es schon lange abgesehen. Umgekehrt möchte die Witwe ihre Macht erweitern, indem sie mit Quinn den mächtigsten aller Barone zu stürzen gedenkt und umgekehrt seine Ressourcen abgreifen möchte. Für dieses Vorhaben braucht sie den Jungen M.K., der ein Geheimnis in sich trägt, welches die Witwe nutzen möchte, um ihr kriegerisches Vorhaben umsetzen zu können. Doch Quinns Ziehsohn durchkreuzt diese Pläne, da er eine Gruppe von Normaden aufgreift und tötet, die für die Witwe M.K. entführen und zu ihr bringen sollten. Sunny unterdessen, des ständigen Tötens müde, möchte M.K. ebenfalls benutzen, da dieser anscheinend einen Weg aus den Badlands kennt. Sunny will mit seiner schwang1eren Frau fliehen, die Badlands und das Leben als Clipper hinter sich lassen und ein normales Leben mit einer Familie führen. Doch zwischen diesem Vorhaben steht Quinn und der bevorstehende Machtkampf mit der Witwe.

Into the Badlands (Szenenbild © Universum Film)»Into the Badlands« ist eine zutiefst männliche, manchmal etwas verstörende Serie. Es wird gekämpft, mit Samuraischwertern geschlitzt, gegeneinander intrigriert und getötet. Die Sprache ist eine zutiefst derbe und die Frauen scheinen den kühnsten Männerfantasien entschlüpft. Selbst die Witwe wird als sexy Kämpferin gezeigt, die selbst in den wildesten Kämpfen noch mit ihren High Heels zehn Gegner locker an die Wand nagelt. Auf diesen Grundton sollte man sich einlassen, wenn der Eintritt in die Badlands bezahlt ist. Sind die erwähnten Punkte für einen persönlich akzeptabel, wird wunderbar choreographierte Kampfkunst geboten, bei der das Kunstblut (manchmal übertriebenerweise) literweise spritzt.

Into the Badlands (Szenenbild © Universum Film)Anfangs wirkt alles etwas hölzern im Spiel der Darsteller und in den Dialogen, doch diese Wirkung stellt sich schnell als Trugschluss heraus (oder eine Art Gewöhnung), denn ist erst die zweite Folge begonnen, entwickelt die Serie ein gewisses Suchtpotential, die in der ersten Folge noch nicht zu erahnen ist, da dort eine nur eindimensionale Geschichte angedeutet wird. Jedoch werden die erzählten Stränge von Folge zu Folge differenzierter, vielschichtiger, spannender. Selbst kulturelle Dinge werden angedeutet, die auf unsere gegenwärtige Welt verweisen.

Into the Badlands (Szenenbild © Universum Film)Eine Serie, die mit dem Label Martial Arts um die Gunst der Zuschauer buhlt und dies auch auf dem Cover andeutet, sollte das auch zeigen, und genau das macht diese Serie. Es ist der vordergründige Schauwert, den »Into the Badlands« zu bieten hat – (fast immer) perfekt choreographierte Martial-Arts-Kämpfe. An der einen oder anderen Stelle ist leider zu viel Inspiration aus den „Matrix“-Filmen eingeflossen, wenn die Kämpfenden wie an Fäden gezogen wild durch die Luft wirbeln. In der Summe jedoch ist jeder der Kämpfe ein Augenschmaus und es wird auch an der Gewalt nicht gegeizt, welche für ein FSK16- Label erfreulicherweise sehr zeigefreudig ist. Alle weiteren Aspekte, die den Grundton der Serie bestimmen beziehungsweise erweitern, können als Zugabe mitgenommen werden. Dabei gibt es zwar zu bemängeln, dass manche der Figuren hanebüchen wirken, ein paar der Handlungsstränge zu billig in Gang gebracht oder ein paar der neuen handelnden Personen zu plump in die Geschichte integriert werden. Dennoch sollte diese Serie im Auge behalten, wer auf gut gemachte Kampfkunst steht, mit mystischen Elementen etwas anfangen kann und Intrigen als lohnenswertes Mittel in einer Serie erachtet. Im Verlauf der ersten Staffel wird ein Potential angedeutet, das die Badlands nur die Spitze eines großen Eisbergs sind und die Welt nach den unbekannten Kriegen einiges mehr zu bieten hat. Eine zweite Staffel mit zehn Folgen wurde von AMC (der Produktionsfirma in den USA) schon bestellt.

P.S.: Leider bietet die Blu-ray, die für die Sichtung zur Verfügung gestellt wurde, über keinerlei Extras, so dass sich die Bewertung rein auf die Serie an sich bezieht.

Cover und Szenenfotos © Universum Film GmbH

  • Titel: Into the Badlands Staffel 1
  • Originaltitel: Into the Badlands
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2015
  • Genre:
    Martial Arts, Abenteuer, Action, Drama, Dystopie
  • Erschienen: 04.11.2016
  • Label: Universum Film GmbH
  • Spielzeit:
    245 Minuten auf 2 DVDs
    255 Minuten auf 2 Blu-Rays
  • Darsteller:
    Daniel Wu
    Marton Csokas
    Orla Brady
    Sarah Bolger
    Aramis Knight
    Emily Beecham
    Oliver Stark
    Ally Ioannides
    Madeleine Mantock
    Nick Frost
  • Regie: David Dobkin
    Guy Ferland (bei Folge 4)
  • Drehbuch: Alfred Gough
    Miles Millar
  • Musik: Mike Shinoda 
  • Technische Details (DVD)
    Video: 1.78:1 (16:9)
    Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch, Dolby Digital 5.1
    Untertitel: Deutsch

  • Technische Details (Blu-Ray)
    Video:
    1.78:1 (16:9)
    Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch, Dolby Digital 5.1
    Untertitel: Deutsch
  • FSK: 16
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite

Wertung: 8/15 Samuraischwertern


Über den Autor

Marc Richter


„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste und der Revolvermann folgte ihm.“ (Stephen King „Der Mann in Schwarz“) – wenn ich sage, dass ich von Kindesbeinen an lese, dann ist das sicher verklärt durch Erzählungen der Eltern/Großeltern oder auch das schwache Langzeitgedächtnis. Vielmehr war ich ein Lesemuffel, nicht anders lässt sich erklären, warum ich lieber Lustige Taschenbücher statt richtige Bücher gelesen habe.
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Into the Badlands – Staffel 1 (Serie, 2 DV…

von Marc Richter Artikel-Lesezeit: ca. 4 min
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