Gridlocked – In der Schusslinie (Spielfilm, DVD/BluRay)

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Der kanadische Actionfilm „Gridlocked – In der Schusslinie“ beginnt als „The Hard Way“-(„Auf die harte Tour“)-Paraphrase und wandelt sich zum blei- und gewalthaltigen „Assault – On Precinct 13“ („Assault – Anschlag bei Nacht“ aka „Das Ende“)-Derivat. Dabei gelingt ihm der düstere und weit längere Krawallteil besser als die flockige Actionkomödie zur Beginn.

Die Geschichte passt auf einen Bierdeckel: Der junge Schauspieler Brody Walker befindet sich im Quotentief und fällt durch mangelhaftes Benehmen auf. Was ihn nicht in den Knast, aber die Obhut des harten Cops David Hendrix bringt, eigentlich ein SWAT-Teamleiter, der aber wegen einer noch nicht verheilten Verletzung auf der Reservebank sitzt.

Hendrix fährt mit dem nervigen Brody zu einem Trainingsgebäude der Spezialeinsatzkräfte, in dem sich zufällig auch eine Asservatenkammer mit versteckten Reichtümern befindet. Die just eine gut ausgestattete, durchorganisierte, skrupellose und in Kompaniestärke besetzte Gangsterbande ausrauben will, als sich die unfreiwilligen Buddies und ein Teil von Hendrix‘ ehemaligem Team dort zum Combat-Wettkampf aufhalten. Aus kleineren Scharmützeln wird ein Großangriff, dem unsere zahlenmäßig unterlegene, aber üppig bewaffnete Combo wehrhaft entgegentritt. Über den Ausgang des Gefechts hegen nur Unbedarfte linde Zweifel, selbst in Anbetracht der Möglichkeit, dass ein Maulwurf die Verteidigerphalanx löchrig werden lässt.

„Gridlocked – In der Schusslinie“ ist ein solider Actioner, mit knallig inszenierten Kampfszenen und ausgedehnten, blutigen Schießereien. Der komödienhafte Anfang zieht sich etwas, obwohl es bereits da ein wenig kracht. Aber Cody Hackman ist kein Michael J. Fox und auch Dominic Purcell, einer der Lieblingsschauspieler Uwe Bolls, geht nicht ganz als James Woods durch. Obwohl er seine Rolle mit der nötigen Präsenz und vor allem Durchschlagskraft vortrefflich interpretiert. James A. Woods in einer größeren Nebenrolle überzeugt natürlich als James Woods. Aber eher auf Level B als A.

Überhaupt kann die Besetzung punkten. Neben Purcell treten auf: Stephen Lang als charismatischer Oberschurke, der jede Szene durch seine bloße Anwesenheit beherrscht, Vinnie „The Axe“ Jones als seine rechte Hand, der aber erst zum Finale aus Langs Schatten treten darf. Steve Byers, der Paul Walker aus der zweiten Reihe, wird etwas verheizt als der Rookie in Hendrix‘ Ex-Team, besser weg kommt die Angelina Jolie des Wrestlings, Trish Stratus, die als Amazone mit Dienstmarke die nötige Power an den Tag legt. In kleineren Rollen schauen Danny Glover und Saul Rubinek vorbei. Das adelt den schlichten Film ziemlich.

Natürlich ließ es sich die deutsche Synchronisation nicht nehmen, Glovers „Leathal Weapon“-Standardspruch „Ich werde zu alt für diesen Scheiß“ relativ sinnlos unterzubringen. Denn älter zu werden ist für Glovers Figur das geringste Problem im Handlungsverlauf.

Trotz professioneller Sprecher ist die Synchro inhaltlich eher peinlicher Natur. Man kann den Film aber bequem mit Originalton schauen, viel zu verstehen gibt es nicht. Der Film läuft vor allem in der zweiten Hälfte wie eine gut geölte Maschine, von einigen logischen Patzern abgesehen, die bei solchen Stoffen wohl obligatorisch sind (Warum ballert der Maulwurf die eigenen Leute massenhaft über den Haufen, anstatt die übersichtliche Verteidigerschar zu dezimieren? Gut, wir folgen John Fords Diktum, dass bei solch rationalem Verhalten der Film in einer halben Stunde vorbei wäre. Und das wollen wir doch gar nicht).

„Gridlocked – In der Schusslinie“ ist eine weitgehend launige, mitunter recht blutsuppige Angelegenheit, die dem Genre keinerlei neue Facetten hinzufügt, aber ziemlich dynamisch daherkommt und sein begrenztes Budget ansprechend verwaltet und einsetzt.

Selbst die Bonussektion mit entfallenen Szenen, Making Of und Outtakes ist recht unterhaltsam.

„Prison Break“ in Reverse

Cover & Szenenbilder © Concorde Home Entertainment

  • Titel: Gridlocked – In der Schusslinie
  • Originaltitel: Gridlocked
  • Produktionsland und -jahr: Kanada, 2015
    Genre: Action, Krimi, Komödie
  • Erschienen: 02.03.2017
  • Label: Concorde Home
  • Spielzeit:
    ca. 109 Minuten auf DVD
    ca. 114 Minuten auf Blu-Ray
  • Darsteller:
    Dominic Purcell
    Cody Hackman
    Stephen Lang
    Trish Stratus
    James A. Woods
    Danny Glover
    Vinnie Jones
    Steve Byers
    Saul Rubinek
    Regie: Allan Ungar
  • Drehbuch:
    Allan Ungar, Rob Robol
  • Kamera:
    Pasha Patriki
  • Musik:
    Jacob Shea
  • Extras: Entfallene Szenen, Featurette „Inside the Action“, Outtakes, Trailer
  • Technische Details (DVD)
    Bild: (16:9), 2,40:1
    Ton:
    Dt. DD 2.0/ DD 5.1/ DTS 5.1, Engl. DD 5.1
    Untertitel:
    Deutsch für Hörgeschädigte (ausblendbar)
  • Technische Details (Blu-Ray)
    Bild: 2,35:1 (16:9) 1080p High Definition
    Ton:
    Dt. DTS-HD Master Audio 5.1, Dt. DD 2.0, Engl. DTS-HD Master Audio 5.1
    Untertitel:
    Deutsch für Hörgeschädigte (ausblendbar)
  • FSK: 18
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite zu BluRay und DVD

Wertung: 9/15 Lethal Weapons


Über den Autor

Jochen König


Jochens Nerd-Schreibtisch

Stationen: Aufgewachsen in Siegen, weitergezogen nach Münster, dann nach Berlin und wieder zurück nach Idyllistan, sprich Münster. Meinen ersten Roman „Mitternachtsblues“ (sowie diverse Sachbücher mit Beiträgen von mir) gibt es tatsächlich noch zu kaufen; ob man die Hörspiele aus meiner Berliner Zeit noch empfangen kann, ist eher zweifelhaft. Ansonsten bin ich Sachbearbeiter, Teilzeit-Buchhändler und war sieben Jahre für die, sogar mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete, Krimi-Couch tätig.

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von Jochen König Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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