Carlos Ruoz Zafón – Das Labyrinth der Lichter

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Carlos Ruiz Zafón - Das Labyrinth der Lichter (Cover © S.Fischer)Als der Bombenhagel auf Barcelona niederprasselt, flüchtet der Lebenskünstler Fermin mit dem ihm anvertrauten Mädchen Alicia über die Dächer der Stadt. Als eine Bombe genau zwischen sie fällt, denkt er, dass er sie verloren hat. Jahre später arbeitet Alicia in Madrid als Agentin für den zwielichtigen Leandro, der ihr sowohl Freund als auch Feind ist. Sie möchte aussteigen, doch er rekrutiert sie für einen letzten Auftrag. Sie soll gemeinsam mit einem Partner den entführten Kulturminister de Valls in Barcelona suchen und finden. Ein letztes Mal entführt uns Zafón in ein geheimnisvolles Barcelona und die Welt der Bücher.

Im Gegensatz zu den Vorgängerromanen „Der Schatten das Windes“, „Das Spiel des Engels“ und „Der Gefangene des Himmels“ wirkt dieses Buch noch düsterer und verworrener. Das mag zum einen daran liegen, dass der Leser mit sehr bösen Figuren aus der Zeit des Franco-Spaniens konfrontiert wird, welche ohne zu zögern und Gewissen die Welt nach ihren Maßstäben zurecht richten. Zum anderen tritt der „Friedhof der Vergessenen Bücher“ als ein Ort der Hoffnung und Zuflucht in den Hintergrund. Zusammenfassend in diesem Buch sind die realen, in dieser Zeit lebenden Personen die Bösewichte, und sie agieren nicht in einem vergangenen Zeitraum.

Zafón beschrieb seine Tetralogie mal als ein Labyrinth mit vier Eingängen (Quelle: Kulturradio). Das heißt, dieser Roman ist durchaus als Einzelbuch lesbar. Es bereitet jedoch mehr Vergnügen, ihn im Kontext zur von Zafón erschaffenen Welt zu erkunden. Seine Figuren tauchen alle wieder auf, und die eigentliche Hauptperson Alicia spielt natürlich wieder eine wichtige Rolle. Darüber hinaus ist es zu empfehlen, nicht mit diesem Buch der Reihe zu beginnen, da viele Handlungsstränge die vorher nur grob gewebt waren in diesem Buch aufgeklärt werden. Trotzdem, und das ist zu betonen, erzählt jedes Buch eine in sich abgeschlossene Geschichte.

Das Buch an sich ist wie alle anderen sehr spannend und bildhaft geschrieben. Der Leser erlebt gemeinsam mit Alicia die Ermittlungen in Barcelona. Selten wechselt die Perspektive auf andere Charaktere. Alicia an sich ist ein sehr verschwiegener Charakter, und so teilt sie auch nicht alle Geheimnisse mit dem Leser. Dadurch ist es schwierig, ihr Handeln vorauszusehen. Dies führt zu vielen spannenden und unerwarteten Wendungen.
Der Roman zeichnet sich durch verschiedene Erzählstränge und Rückblenden aus. Dies ermöglicht Zafón, ungeklärte Themen aus den Vorgängerromanen abzuschließen und lässt wenige Fragen offen.

Auch wenn dieses Buch nicht so gut ist wie das erste Buch der Reihe „Der Schatten des Windes“, weil ihm die Mystik ein wenig abhandengekommen ist, so ist es doch ein würdiger Abschluss für eine tolle Tetralogie. Diese ist vielleicht stilistisch nicht perfekt geschrieben, die Geschichte ist aber eine mitreißende.

Cover © S. Fischer Verlage

  • Autor: Carlos Ruiz Zafón
  • Titel: Das Labyrinth der Lichter
  • Teil/Band der Reihe: Band 4/4 der Barcelona Tetralogie (Friedhof der Vergessenen Bücher)
  • Originaltitel: El laberinto de los esperítus
  • Übersetzer: Peter Schwaar
  • Verlag: S. Fischer Verlage
  • Erschienen: 2017
  • Einband: gebunden
  • Seiten: 944 Seiten
  • ISBN: 978-3-10-002283-7
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite mit Leseprobe
    Erwerbsmöglichkeiten, auch als Ebook
    Homepage des Autors

Wertung: 13/15 dpt

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Über den Autor

Josefine K.


Im Ruhrpott aufgewachsen, zog es mich zum Studieren in den Norden. Seitdem ich lesen konnte, verschlang ich alles, was Buchstaben hatte. Zu Weihnachten und an Geburtstagen freute ich mich auf neuen Lesestoff, und die Stadtbibliothek besuchte ich regelmäßig, um stapelweise Bücher nach Hause zu tragen und in ihnen zu schmökern.

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von Josefine K. Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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