Screenshot von 50 Shades of Greek in der arte Mediathek (© Jul - arte - Oliver Lippert (Screenshot und Zuschnitt)
Screenshot von 50 Shades of Greek in der arte Mediathek (© Jul – arte – Oliver Lippert (Screenshot und Zuschnitt)

Hört man die ersten drei Worte im Titel “50 Shades of Greek” kommt einem das Grausen und hofft, dass nicht wieder eine Person aus dem eigenen “Dunstkreis” tiefer gesunken ist. Doch hier handelt es sich um einen Zeichentrick mit zwei Staffeln á 30 Folgen mit je 3-5 Minuten Spielzeit (pro Folge). Die Serie basiert auf den Comic des französischen Cartoonisten Jul. Dieser ist auch für unter anderem “Silex and the City” bekannt. Die Serie transportiert die großen griechischen Mythen in die heutige Zeit.

Das griechische Universum ihrer Mythologie ist riesig, unüberschaubar und bei Zeus’ Kindern blickt niemand so richtig durch. Geschweige bei den Arten der Geburt. Das irritiert uns Menschenwesen schon ein wenig. Cartoonist Jul hat das alles ein wenig runtergebrochen. Aber das mit der Unübersichtlichkeit bekommt Zeus schon in der ersten Folge zu spüren. Er sitzt beim Amt und hört sich an mit wem er Kinder hat und wie viele es sind. Außerdem mokiert sich der Gott: “Wie kann das Kind von ihm sein, wenn er nicht als er selbst dort war?” Beispielsweise als tierisches Wesen oder als Goldregen? Tja, die Mitarbeiterin zählt es unerbittlich auf. Mit der Aussicht auf eine hohe Summe an Alimenten geht er des Weges. Besagte Folge ist hier zu sehen:

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Die Pointe hat Gegenwartsbezug. Sei es Bürokratie-Oberkill oder die Beschwerden des Fährmanns Charon, der die Seelen über den Fluss Stxy befördert. In letztgenannter Folge graben ihm Mittelmeerschlepper das Geschäft ab. Seine Konkurrenz: Zyklopen mit Ray Ban.

Oder das andere Mal: Theseus gerät im Labyrinth des Minotaurus in Gefahr, denn der Draht zur Herzensdame Ariadne reißt (Referenz: Ariadnefaden). Die Folge mit dem Trojanischen Pferd zeigt den Mythos, aber auch einen eklatanten Parkplatzmangel in Trojas Innenstadt auf. Oder: Geschlechtergleichberechtigung auf dem Olymp. Narziss mit neumodischen Geräten und sozialen Netzwerken.

Ach, ich komme hier nicht mehr raus und alles aufzählen mag ich auch nicht. Es ist echt zum Schießen. Die Figuren sind gut gezeichnet, der Dialog ebenfalls gelungen, witzig und unterhaltsam. Lange keine so kurzweilige aber spaßige Serie gesehen. Diese kann ich daher nur empfehlen. In der Mediathek von arte gibt es beide Staffeln vollständig zum Anschauen und genießen. Der Spagat zwischen Mythologie und Gegenwart ist hergestellt und gelungen.

  • Titel: 50 Shades of Greek
  • Originaltitel: 50 nuances de Grecs
  • Produktionsland und -jahr: FR, 2018
  • Genre:
    Zeichentrick, Humor, Mythologie
  • Erschienen: 2018
  • Label: Haute et court TV, Je Suis Bien Content, arte
  • Spielzeit:
    60 Folgen (2 Staffel á 30) je 3-4 Minuten pro Folge
  • Darsteller:
  • Regie: Mathieu Signolet
    Jean-Paul Guigue
  • Drehbuch: Jul
  • FSK: 12
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 12/15 dpt


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