Plastic Bomb Nummer 114 (© Plastic Bomb)
Plastic Bomb Nummer 114 (© Plastic Bomb)

Die neue Ausgabe des Fanzines Plastic Bomb ist eingetroffen. Das freut mich immer sehr. Sub-Headline für diese Ausgabe: “Sexismus muss sterben”. Auf dem Cover sind Kaelan Mikla aus Island zu sehen. Weitere Bands und Themen sind NOFX, Baboon Show, Detlef, Toxoplasma, Die Schwarzen Schafe und Bash! sowie Sexismus Bullshit Bingo, Sea Watch, Punk und Graffiti, die Kolumne von Chris Scholz, Seenotrettung in Moria und Geschichten aus der Gruft. Außerdem sind die üblichen Reviews und Vorworte in der Ausgabe Plastic Bomb Nummer 114 zu finden.

Das Vorwort von Ronja bezüglich der sich veränderten Offenheit der Schreiber:innen des Fanzines ist stark und verständlich. Angeprangert werden die unterirdischen Kommentare in den sozialen Medien. Und wenn man bedenkt, dass sie das leider kurze Zeit später tatsächlich zu spüren bekommt, kann ihr das niemand verübeln. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich ihre Äußerung dazu hier anhören.

Die Themen- und Bandauswahl zeigt einmal mehr, die verschiedenen Facetten des Fanzines, und weshalb es so lange schon bestehen konnte. Über 100 Ausgaben zaubert man sich nicht einfach mal so aus dem Ärmel. Die Berichte zu Sea Watch und Seenotrettung treiben einem Tränen in die Augen. Punk und Graffiti ist eine interessante Sache, auch wenn ich das nicht ganz so sehe, wie im Interview dargestellt wird (klingt als würde Graffiti aus dem Punk kommen, nicht aus dem HipHop, und das wäre nicht korrekt dargestellt, und die Meinung zu Tags teile ich ebenfalls nicht; die sehen immer bescheiden aus und sind einfach unnötig, und Schablonen-Nutzung sehe ich eher als Weiterentwicklung an und nicht, wie hier, als Ausschlusskriterium für den Graffiti-Bereich). Generell aber ein interessantes Thema.

Das Sexismus Bullshit Bingo hat mich auf dem falschen Fuß erwischt. Die Interviews fallen unterschiedlich tief aus. Hervorzuheben sind Kaelan Mikla, NOFX, Die Schwarzen Schafe und Detlef. Die anderen machen aber auch Spaß. Von Bash! gibt es, entgegen meiner Interpretation vom Namen auf dem Cover, kein Interview, sondern ein Fan-Feature zum 30. Jubiläum. Und danke für die Erwähnung des Konzerts im Neheimer “Cult”. Das ist wohl auf meinem Mist gewachsen. Obwohl ich meine Erfahrungen mit Event-Organisation mit sehr gemischten Gefühlen betrachten muss, da ich viel Unwissenheit, Unbeholfenheit et cetera hatte. Aber das gehört nicht hier her. Trotzdem schön, dass sich jemand daran erinnert.

Tja, und da bin ich schon auf den letzten Seiten. Ich habe mir Zeit gelassen aber es ging trotzdem schnell vorbei. Es hat wieder viel Freude gemacht. Als Leser kann man viel lernen und an den Inhalten wachsen, wenn es triggert (siehe Bingo, Moria und Co.) ist es unter Umständen auch mal unangenehm. Aber auch nützlich. Daher danke für die Anregungen. Das Fanzine gibt es in diversen Online-Shops, lokal und an diversen Bahnhöfen (in Bochum habe ich es eigentlich immer gesehen). Wieder eine sehr gelungene und spannende Ausgabe.

  • Autor: diverse
  • Titel: Plastic Bomb Nummer 114
  • Teil/Band der Reihe: 114
  • Verlag: Plastic Bomb
  • Erschienen: 02/2021
  • Seiten: 48
  • ISBN: 4-192091-403504-01
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite

Wertung: 10/15 dpt


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