Karin Baron – Tote tragen keine Pelzmütze

Karin Baron - Tote tragen keine Pelzmütze - Cover © Kosmos
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Die Eltern der 16-jährigen Fanny sind geschieden. Während ihr Vater als Archäologe die Welt und vor allem Ägypten bereist, ist Fanny’s Mutter mittlerweile als Touristenführerin in Potsdam tätig. Unfreiwillig verbringt das aufgeweckte junge Mädchen die Winterferien bei ihrer Mutter und deren neuen Freund. Aus der Ich-Perspektive erzählend, gibt uns die Protagonistin Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und kann dies durchaus glaubhaft vermitteln. Die dabei verwendete Sprache ist recht flott aber nicht aufdringlich oder derb. Einzig, dass die Eltern mit dem Vornamen angesprochen werden, mag vielleicht etwas irritierend wirken.

Ganz so entspannt werden die Ferien aber dann doch nicht, wie es sich die junge Dame vorgestellt hat. Nicki, die Nachbarin von Fanny’s Mutter, ist als Reporterin tätig und wittert eine große Story. Da benötigt sie einen Babysitter für ihre zwei Kinder Leo und Mats.

Eines Abends hört Fanny durch das Babyphone Seltsames. Eine Frau singt ein Schlaf-Lied und danach sind dumpfe Geräusche zu hören. Die zwei Kinder von Nicki schlafen jedoch seelenruhig. Am nächsten Tag berichten die Medien über ein verschwundenes Baby namens Tessa.

Fanny und ihrem Freund Jan wird langsam klar, dass der Vorfall mit dem Babyphone und dem entführten Kleinkind zusammenhängen muss. Obwohl der Teenager von ihrem Freund den Beinamen “Miss Marple” bekommt, wirken Fanny’s Nachforschungen weder gekünstelt noch aufdringlich, sondern authentisch und besorgt. Dazu kommt, dass sie sich mit einem ukrainischen Au-pair-Mädchen angefreundet hat, wenngleich diese Freundschaft eher distanziert zu bezeichnen ist.

Im weiteren Verlauf der Geschichte erfährt man mehr über Eva und dem Baby Sissi und vor allem was es nun mit der Pelzmütze auf sich hat. Die Wendungen zum Schluss kommen etwas schnell daher und auch der Epilog wirkt etwas gehetzt. Glücklicherweise bleibt dem Leser ein kitschiges Ende erspart, wenngleich es dennoch zu einem Happy End kommt.

Karin Baron (geb. 1958) war Übersetzerin, Texterin und Redakteurin bevor sie sich dem Schreiben widmete. Ihre zwei erwachsenen Töchter gaben ihr den einen oder anderen Einfall zu ihrer Romanfigur Fanny. 

Fazit: Die junge Fanny mit ihrer frechen und gutmütigen Art wirkt sympathisch und nicht aufdringlich. Die Geschichte könnte direkt aus dem Alltag stammen und erscheint nicht aufgesetzt. Ein spannendes und unterhaltsames Leseabenteuer für alle zweidrittelgroßen Leute. 

  • Autor: Karin Baron
  • Titel: Tote tragen keine Pelzmütze
  • Verlag: Kosmos
  • Erschienen: 2014
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 202
  • ISBN: 978-3-440-14009-3
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten


Wertung: 9/15 dpt

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