Manuel Rubey – Goldfisch

Manuel Rubey - Goldfisch, Plakat
© Ingo Pertramer

Der 5. Juni wird für rund 200 Personen ein denkwürdiges Datum gewesen sein. Nicht weil etwa Dänemark zur Monarchie wurde (1849) oder der bekannte britische Ökonom John Maynard Keynes, Begründer des, später nach ihm benannten, Keynesianismus 1883 geboren wurde. Tatsächlich konnten erstmals Gäste in der neu renovierten Stadthalle in Ybbs an der Donau wieder eine Kulturveranstaltung besuchen. Dank umfangreichen Covid-19-Präventionskonzeptes wurde die erste Veranstaltung der “Ybbsiade 2020” begangen. Seit nunmehr 32 Jahren versammeln sich deutschsprachige Kabarettisten und Künstler für knapp drei Wochen in dem beschaulichen österreichischen Städtchen, direkt an der Donau gelegen, um für Lacher und Unbeschwertheit zu sorgen. Nach einer gefühlten Ewigkeit mit Live-Kulturabstinenz ist diese Unbeschwertheit doch mehr als notwendig.

Den Auftakt von vorerst vier Veranstaltungen, machte Manuel Rubey mit seinem ersten Solokabarett “Goldfisch”. Dieses sollte im April 2020 seine Österreichpremiere in Ybbs an der Donau feiern. Wir wissen: es kam anders.

Der sympathische Kabarettist, lässt sein Programm durch seine Tochter beginnen. Die bittet die Gäste mittels (aufgenommener) Durchsage, ihren Vater mit Applaus auf die Bühne zu holen. Er sei schließlich schon 40 Jahre alt und aktuell nicht mit Erfolg gesegnet. Seine Frau “Stella” hat ihn nämlich vor die Tür gesetzt und jetzt übernachte Rubey immer in Künstlergarderoben. Sein alter Ego versteht daher die Welt nicht mehr. Warum konnte er als erfolgreicher Schauspieler nur verlassen werden? Dass er es zuhause eher gemütlich angeht und auch die Beziehung darunter leidet, kann möglicherweise ein Mitgrund sein.

Bürgermeisterin Ulrike Schachner, Manuel Rubey mit Spaßvogel, Vizebürgermeister Dominic Schlatter
Bürgermeisterin Ulrike Schachner, Manuel Rubey mit Spaßvogel, Vizebürgermeister Dominic Schlatter, © Gerald Riedler

Rubey trifft hier mit seinen trockenen Ausführungen wohl einen Nerv. Publikumslacher (hinter einer FFP2-Maske) und zustimmendes Nicken der Gäste, lassen darauf schließen, dass auch andere Beziehungen so ihre Aufs und Abs haben. Der (technologische) Wandel seit Rubeys Kindheit in den 1980er bis heute, kommt in “Goldfisch” ebenso nicht zu kurz. Da darf sich der Vater zweier Töchter schon mal die berechtigte Frage stellen, ob es legitim ist, dem Nachwuchs auf Instagram zu entfolgen. Bei solch trivial und dennoch essentiell erscheinenden Fragen, hat der Entertainer dann auch immer passende Listen parat, welche er im kleinen Lichtkegel präsentiert. Das Allround-Talent beweist aber auch seine Sangeskunst (“Durch mich hat Falco erst in Amerika durchstarten können”), bei einigen thematisch passenden Stellen. Auch das weiß zu gefallen, sang doch Rubey im Film “Verdammt wir leben noch” alle Falco-Hits selbst. Ebenso ist er musikalisch mit der “Familie Lässig” unterwegs.

Es war auf jeden Fall ein lässiger Abend, der anfangs etwas verhalten begann. Für die meisten der Anwesenden, Künstler eingeschlossen, war es seit langer Zeit eine öffentliche Veranstaltung, welche sicher durchgeführt wurde und dank eines charmanten Künstlers für Freude sorgte.

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