Death In Paradise – Staffel 10 (Serie)

Kaum eine andere Serie dürfte einen derartigen Verschleiß an Haupt- und Nebendarstellern besitzen wie “Death In Paradise”. Konstanten sind lediglich der bärbeißige Commissioner Selwyn Patterson sowie die Inselwirtin und zeitweilige Bürgermeisterin Catherine, Mutter der ehemals zum Hauptcast gehörenden D.S Camille Bordey, die in der zehnten Staffel einen schönen Gastauftritt hat.

Trotz der hohen Fluktuation funktioniert die Serie auch zum Jubiläum. Das hängt zum Teil daran, dass der eigentliche Hauptdarsteller, die fiktive Karibikgemeinde St. Marie immer noch mit ihren Reizen und Eigenheiten zu gefallen weiß. Wie sich herumgesprochen haben dürfte, diente der Ort Deshaies im Nordwesten Guadeloupes als Drehort.

Neville Parker (Ralf Little) ist der vierte aus England entsandte leitende Ermittler der Polizeistation von St. Marie. Wie schon seine drei Vorgänger ist er ein Mann voller seltsamer Marotten. Wurden die liebenswerten egozentrischen Verschrobenheiten seiner drei Vorgänger recht ausgewogen und witzig eingesetzt, überschreiten Parkers Krankengeschichten und seine Phobien mitunter die Grenze zum Nervigen. Er hat zudem das Pech von seiner Charakter-Anlage wie ein pathologischer Nachfahre von Ben Millers Richard Poole zu wirken.

Im Laufe der Staffel entwickelt Parker allerdings eigene und sympathischere Qualitäten. Insbesondere was seine schüchterne Möchtegern-Liebschaft mit Sergeant Florence Cassell betrifft. Die nach einer Staffel Pause dankenswerterweise wieder nach St. Marie zurückgekehrt ist.
Unterstützt werden die beiden vom verlässlichen Officer JP Hooper und im weiteren Verlauf der Serie dem alerten Kleinkriminellen Marlon, der eine Chance auf Rehabilitation durch eine Ausbildung zum Polizisten bekommt. Sehr sympathische Art der Jurisdiktion. Ruby, die exaltierte Tochter des Commissioners glänzt durch Abwesenheit. Die Trauer darüber hält sich in Grenzen.

Die zu lösenden Fälle sind gediegen und bei weitem nicht so verschroben wie Inspector Barnabys Midsomer Murders oder gesellschaftspolitisch angehaucht wie in “Grantchester” oder dem jungen Inspector Morse. Landschaft und Meer werden wie gewohnt visuell ansprechend ins Geschehen involviert. Der Ablauf ist bekannt: Neville und sein Team tappen im Dunkeln, bis der Inspector eine überraschende Anregung oder Eingabe bekommt, die ihm den Weg zur Lösung weist. Dann werden alle Verdächtigen versammelt und Neville erzählt uns, was geschehen ist. Ergibt, trotz diverser Tötungsdelikte, auch in der zehnten Staffel sommerleichte Krimiunterhaltung.

Zunächst ein wenig schleppend und repetitiv, aber ab Folge vier steigen Spannung und Komik sachte an. Höhepunkt ist die Doppelfolge “Die Gabe des Teufels”, die neben der bereits erwähnten Rückkehr Camilles nach St. Marie auch ein vergnügliches Wiedersehen mit Richard Poole mit sich bringt. Ebenso gelungen ist das Kammerspiel “Tödliche Nachtschicht”, bei dem Neville nach dem Biss einer Sandfliege im Krankenhaus landet und den mysteriösen Tod der Nachtschwester untersuchen muss.

“Death In Paradise” bleibt trotz leichter Abnutzungserscheinungen auf entspannte Weise kurzweilig. Am Ende der Staffel verabschiedet sich JP Hooper in einer anrührenden Folge hin zu neuen beruflichen Ufern. Neben den acht regulären Episoden gibt es noch ein Weihnachtsspecial, bei dem der langjährige Publikumsliebling Officer Dwayne Myers (Danny John-Jules) vorbeischaut. Eine Sichtung fand noch nicht statt, es ist aber davon auszugehen, dass sich die Sonderfolge nahtlos und verlässlich in den karibischen Inselbetrieb einpasst.

Cover und Bilder: Edel Motion

  • Titel: Death In Paradise
  • Originaltitel: Death In Paradise
  • Episoden: 8 (9 inklusive Christmas-Special)
  • Produktionsland und -jahr: Großbritannien, 2021
  • Genre:
    Krimi, Komödie
  • Erschienen: 29.07.2022
  • Label: edel Motion
  • Spielzeit:
    ca. 416 Minuten auf 3 DVDs
  • Darsteller: Ralf Little
    Joséphine Jobert
    Don Warrington
    Tobi Bakare
    Elizabeth Bourgine
    Tahj Miles
  • Regie: Chris Foggin
    Richard Signy
    Jordan Hogg
    Toby Frow
  • Drehbuch: Justin Young
    James Hall
    Emma Goodwin
    Helen Black
    Dan Muirden
    Tom Nash
    Julie Dixon
  • Extras:  Trailer
  • Technische Details (DVD)
    Video:
    16:9
    Sprachen/Ton:
    Deutsch, Engllisch (Dolby Digital 2.0)
    Untertitel:
    Deutsch
  • FSK: 12
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite


Wertung: 9/15 dpt

 


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