Thomas Thiemeyer – Devil’s River

Thomas Thiemeyer - Devil's River - Cover © Knaur
© Knaur

Durch den Tod ihrer Großmutter aufgerüttelt, begibt sich die Londoner Medizinstudentin Eve auf die Spur eines alten Familiengeheimnisses. Anscheinend liegen ihre Wurzeln in Kanada, tief im Indianerland … 

1878. River, die Tochter eines Landvermessers, wurde nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Eltern vom Stamm der Ojibwe aufgezogen. Zur Heilerin herangewachsen, muss sie miterleben, wie das Dorf von etwas heimgesucht wird, das kein Mensch sein kann. Die Hütten von einer gewaltigen Kraft zerstört, Männer und Frauen grausam ermordet, scheint eine dunkle Indianerlegende zum Leben erwacht zu sein. River schwört, den Dingen auf den Grund zu gehen, doch allein hat sie keine Chance. Ausgerechnet der flüchtige Frauenmörder Nathan Blake bietet ihr Hilfe an. Blake, von dunklen Trieben geleitet, hofft auf diese Weise seinen Verfolgern zu entkommen. Entlang des Teufelsflusses folgt er der Heilerin hinauf in die Berge. Und schon bald verbindet die beiden mehr als nur die Suche nach dem furchteinflößenden Baykok …

Der 1963 geborene Thomas Thiemeyer hat sich bereits zu einer namhaften Größe des heimischen Buchmarktes avanciert. Auch der vorliegende Roman weiß zu überzeugen.

Angesiedelt in der Gründerzeit Amerikas, bietet “Devil’s River” einerseits indianische Mythen und Rätsel und andererseits eine klassische Kriminalstory. Die 24-jährige Eve findet im Nachlass ihrer verstorbenen Großmutter ein altes Tagebuch und verbringt viel Zeit damit, sehr zum Missfallen ihrer Mutter.

In den Berichten findet sich unter anderem der Name Scott Preston, welcher gemeinsam mit dem Sheriff Tanner in Morrisonville, nahe der kanadischen Grenze, für Recht und Ordnung sorgt. Dort mehrten sich in letzter Zeit mysteriöse Todesfälle. Dafür ist Nathan Blake verantwortlich, ein gefallener Mann wie er im Buche steht.

Zuerst der große Traum von Kultur und Schauspiel, danach jahrelang im Krieg und als Held gefeiert und schlussendlich tief gefallen. Er konsumiert Drogen und tötet Frauen, scheinbar als Zeitvertreib aber immer nach einem bestimmten Schema. Während man zu Beginn diesen Charakter verabscheut, schafft es der Autor zunehmend sogar Mitgefühl für Blake aufkommen zu lassen. Zu einfach wäre es, nur den Bösewicht in ihm zu sehen.

Dafür sorgt vor allem auch River, eine junge Heilerin im Indianerstamm der Ojibwe. Genauso wie Nathan ist auch sie, quasi eine Einzelgängerin. Sie wurde als Waisenkind aufgezogen und ist in ihrem Stamm nie wirklich angekommen. Gemeinsam mit ihrem Wolfshund Ma’iingan sorgt sie für die Gesundheit ihres Stamms. Es macht Spaß über River zu lesen, man stellt sich eine quirlige, wissbegierige junge Frau vor.

Der Wissens- und Tatendrang sorgt aber auch für Probleme, als sie scheinbar den Zorn des Teufelsberges auf sich zieht und nach der Rückkehr in ihr Dorf entstellte Leichen sieht.

Gemeinsam mit Nathan Blake macht sie sich auf um eine alte Seherin aufzusuchen und um sich schlussendlich dem Dämon Baykok zu stellen.

Während die Kapitel aus dem Jahr 1878 sehr spannend zu lesen sind, quält man sich streckenweise durch die Ereignisse der Gegenwart. Schuld daran ist mitunter auch die nervende Mutter. Erst gegen Ende des Buches werden die Zusammenhänge der beiden Handlungsstränge klarer.

Am Ende des Buches bietet ein Stammbaum einen Überblick über die handelnden Personen.

Fazit: Thomas Thiemeyer ist mit “Devil’s River” ein sehr guter und spannender History-Fantasy-Western-Thriller gelungen. Die spannenden und gut getroffenen Charaktere River und Nathan im Jahr 1978 machen die streckenweise, langatmigen Szenen in der Gegenwart wett.

  • Autor: Thomas Thiemeyer
  • Titel: Devil’s River
  • Verlag: Knaur
  • Erschienen: März 2015
  • Einband: Klappenbroschur
  • Seiten: 512
  • ISBN: 978-3426517154
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten


Wertung: 10/15 dpt


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