Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse 2026

Die Frankfurter Buchmesse ist für mich, während ich das hier schreibe, genau eine Woche vorbei und ich habe das Gefühl, sie steckt mir immer noch in Geist und Knochen. Was war das wieder für ein rauschendes Bücherfest! Laut Pressemitteilung haben 119.000 Fachbesucher*innen und 117.000 Privatbesucher*innen die Messe besucht, was wohl deutlich macht, dass Frankfurt zwar immer noch Messe mit Business-Schwerpunkt ist, das Publikumsprogramm aber immer mehr an Relevanz gewinnt.

Um den Besucher*innenmassen gerecht zu werden, hat die FBM sich dieses Jahr an einem neuen Hallenkonzept versucht und die Publikumsverlage (zumindest versuchsweise) thematisch den Hallen Forum, 3, 4 und 5 im Erdgeschoss zugeordnet. Ob das was gebracht hat, außer mehr Schritten auf der Fitnessuhr? Ich fand es dieses Jahr auch am Donnerstag schon erstaunlich voll.

Neben der Vernetzung mit anderen Büchermenschen aus ganz Deutschland, stehen für mich auch immer die Termine mit Verlagen im Vordergrund – teils um mir den Verlag und das aktuelle Programm vorstellen zu lassen, teils um schon mal in das neue Frühjahrsprogramm zu spinksen. Diese sind teilweise schon veröffentlicht, teilweise muss ich aber noch stillschweigen bewahren und in den Beschreibungen vage bleiben. Sorry!

Ein wirklich vielfältiges und tolles Programm stellt Klett-Cotta mit der Hobbitpresse für Fans von Fantasy und SciFi auf die Beine. Da habe ich mir einige Titel gemerkt, die ich sehr gerne lesen möchte. Es wird episch, cosy, romantisch und es gibt langersehnte Fortsetzungen! Für jeden was dabei.

Auch im neuen Programm von Voland & Quist (bereits veröffentlicht) habe ich ein paar Titel entdeckt, die neugierig machen. So zum Beispiel das Buch mit dem knackigen Namen „Die versuchte Dekonstruktion des Feminismus durch den Tennisclub Oberdiesswyl im ICE 376“ von Anaïs Meier. Klingt herrlich schräg und wichtig! Oder auch „Der Alien Abfuck“ von Romina Nikolić. Interessante Titel vergeben kann der Verlag in jedem Fall!

Am Messe-Donnerstag führte es mich zum Kjona-Verlag, wo uns die Autorin Corinna Krenzer ihr Buch „Eine einfache Wahrheit“ vorstellte. Weiter ging es bei Diogenes mit einer Vorschau auf ein wirklich großes und vielfältiges Programm für 2027, mit einigen bekannten Namen.

Auch der Kiwispace Verlag (ein noch recht frisches Imprint von Kiepenheuer & Witsch) hat sein Programm bereits veröffentlicht und ich freue mich sehr auf die außergewöhnlichen Titel, die von Romance über Fantasy und Gegenwartsliteratur alles mitbringen. Ganz besonders ins Auge gefasst habe ich „Hallelujah“ von Leila Herrmann (ein Debüt über Identität und Privilegien), „Willkommen in Bester Wrook“ von Nora Obeid (Ein Roman über die Sims! Welche Millenials höre ich da quietschen?) und „The Impossible Garden of Clara Thorne“ von Summer N. England (ja, die Autorin heißt wirklich so und schreibt cozy Fantasy).

Im aktuellen Herbstprogramm der Frankfurter Verlagsanstalt hört sich jedes Buch für mich wirklich gut an! Umso mehr habe ich mich gefreut, beim Treffen mit dem Verlag auch die Autorinnen von „Raus bist du noch lange nicht“ (Julia Rothenburg) und „Mondblau“ (Fatma Mittler-Solak) kennenzulernen. Beide Bücher handeln von Freundschaft, gehen das Thema jedoch ganz unterschiedlich an.

Ein Highlight für mich war außerdem der Verlagsabend bei Schöffling & Co. bzw. der Liberté-Gruppe, mit Lesungen von Rebecca Martin („Sommer und so“) und Anne Freytag („Laute Nächte“). Unter einem Dach finden sich dort die Verlage Aki, Oktopus, Kampa, Jung & Jung, Atlantis und Dörlemann. Die große Vielfalt spiegelt sich auch im kommenden Programm wieder, das wirklich vielversprechend klingt!

Buchmesseconvention in Dreieich

Wer Phantastik mag und wer dem Trubel auf der Messe samstags entgehen möchte, dem sei außerdem die Bucon im nahen Dreieich empfohlen. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal da und werde das nun definitiv zum festen Programmpunkt machen.

Die Con fand vor vierzig Jahren zum ersten Mal statt, um der phantastischen Literatur, die auf der FBM eher unterrepräsentiert ist, mehr Raum zu geben. Mein Besuch dort fühlte sich an wie ein großes Familientreffen mit bereits bekannten Gesichtern, aber auch ganz neuen Entdeckungen – vom Bestseller-Autor bis zum Selfpublisher findet jeder dort seinen Platz. Eine wirklich schöne Veranstaltung!

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