Klappe, Text! – Sonderfolge: Der Sprung in eine Geschichte – Wer wärst Du, was würdest Du tun und warum?

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Klappe, Text!In unserem „Safe Haven“-Gewinnspiel vom September fragten wir die Teilnehmer: »Stellt euch vor, ihr könntet in ein beliebiges Buch oder in einen beliebigen Film eurer Wahl springen und dort eingreifen, entweder als eine Figur aus der jeweiligen Geschichte, vielleicht aus einer ganz anderen Geschichte oder gar als ihr selbst. Wer wärt ihr? In welcher Geschichte? Was würdet ihr tun? Und warum?«

Da nur ein Beitrag gewinnen konnte (Bekanntgabe hier), allerdings so einige andere Beiträge auch sehr lesenswert waren, haben wir wie angekündigt die schönsten noch einmal für eine „Klappe, Text!“-Sonderfolge zusammengetragen. Selbstverständlich nur von denen, die hierzu explizit ihr Einverständnis gegeben haben.

Here we go:

»Ich wäre gerne in dem Roman „Betty und ihre Schwestern“ von Louisa May Alcott. Ich würde gemeinsam mit der Familie March und der Familie Laurence den armen Leuten, die durch den Amerikanischen Bürgerkrieg ihr Hab und Gut verloren haben oder sogar durch den Tod ihrer Männer/Söhne in Finanzielle Nöte kamen und so in ärmlichen Verhältnissen leben mussten, da Frauen in der Zeit eher am Herd oder als Gouvernante arbeiteten anstatt die selben Berufe wie Männer auszuüben. Ich finde es sehr ehrenwert von den March-Töchtern, dass, obwohl sie selbst wenig hatten, bereit waren, alles was sie geben konnten, auch abzugeben. Wie zum Beispiel, dass sie ihr Weihnachtsfrühstück, auf das sie sich so gefreut haben, anstandslos einer sehr armen Familie mit vielen Kinden brachten, damit sie etwas zu essen bekamen. Und auch, dass sie später immer wieder der Familie halfen, fand ich ebenfalls sehr freundlich.«

(Melanie F., Herzogenrath)


»Also ich würde den Film „Alles was wir geben mussten“ nehmen. Ich würde zuerst in die Rolle von Tommy springen und würde sehr viel ändern (sorry, das wird lang): Ich würde als Tommy mit meinen Freunden (Ruth, Kathy) – wobei ich Kathy nicht als „Freundin“ bezeichnen will –  fliehen und so den Gräueltaten entgehen (obwohl sie denken, das sei normal). Ich möchte auch, dass Tommy und Kathy früher ein Paar werden und nicht erst kurz bevor die Spenden anfangen und somit der unvermeindliche Tod (ungefähr nach der dritten Spende, Tommy schaffte jedoch vier). Dann würde ich veranlassen, dass ich als Tommy nicht mit Ruth „gegangen“ wäre, sondern gleich mit Kathy. Ich hätte es aber auch so gemacht, dass ich mit Ruth und Kathy eine Revulotion angezettelt hätte und das so auch hätte verhindert werden können, ohne den Tod. Anschließend würde ich noch in die Rolle von Ruth schlüpfen und hätte mich gar nicht erst vor Einsamkeit und Eifersucht an Tommy rangemacht – ich hätte allem seinen Lauf gelassen. Dann würde ich noch in die Rolle von Kathy schlüpfen und früher auf Tommy zugehen (bevor Ruth kam), um so vielleicht eine bessere Chance zu haben (und nicht erst so spät). Die Rolle der Direktorin: Ich meine, das ist ja ihre Idee – ich würde das Internat nicht abreißen, doch ich würde die Spenden „vernichten“ und für ein besseres Klima sorgen. Dann würde ich mich noch mehr um die Schüler sorgen und für mehr Aufklärung und Klarheit in den Köpfen der Schüler sorgen. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie es auch nicht selber wollte (also die Spenden)… ich würde ihr einen Ruck geben und die Spenden vernichten oder die Schüler „fliehen“ lassen. Dann würde ich in den Film „Twilight“ reinschlüpfen, in Bellas Rolle. Als sie würde ich erst mal einen Selbstverteidigungskurs machen, dann ist sie wenigstens nicht mehr sooo hilflos. Auch würde ich mich früher von Edward beißen lassen (ich meine, HALLO, da gehen wir doch schon einigen Problemen aus den Weg). Ich würde auch eher Jacob nehmen als Edward, Edward ist viel zu „glatt“ und zuuuu kontrolliert. Jacob dagegen lässt Bella ihre eigenen Entscheidungen treffen, steht immer hinter ihr, egal was sie tut beziehungsweise was sie eher nicht tut. Außerdem ist Jacob viel hübscher als Edward. Dann würde ich noch in die Rolle des Regisseurs springen und eine andere Bestzung für Bella nehmen.«

(Anna Lange, Rostock)


»Ich kann mich gar nicht konkret entscheiden. Entweder würde ich gerne in „Herr der Ringe“ gemeinsam mit Legolas und seinen Gefährten in die große Schlacht reiten und Orks umhauen um die Welt zu retten und mich in den schönsten Waldelben verlieben oder in den „Chroniken der Unterwelt“ als Schattenjägerin für Gerechtigkeit sorgen. Auf jeden Fall immer „völlig uneigennützig“, verbunden mit einem romantischen Abenteuer.«

(Denise W., Barsinghausen)


»Ich würde gerne in so vielen Büchern in die Handlung eingreifen können, um bestimmte Schicksalsschläge zu vermeiden. Ich habe jetzt lange überlegt und würde mich jetzt für Harry Potter entscheiden. (Achtung Spoiler:) Und zwar für den letzten Teil. Ich würde gerne als ich selbst eingreifen und Remus Lupin und seine Frau beschützen, damit ihr Sohn kein Waise werden muss. Ich finde es traurig, dass auch er beide Elternteile verliert und wünsche das keinem Kind. Er wird nie die Liebe seiner leiblichen Eltern kennenlernen können, egal wie sehr er sich das auch wünscht.«

(Franziska K., 22, Bleicherode)


»Also wenn ich irgendwo eingreifen könnte/dürfte, dann vielleicht als Carlisle im zweiten Band von „Biss zur Mittagsstunde“. Ich hätte Edward nicht einfach „gehorcht“ und wäre mit Pack und Sack verschwunden. Ich hätte ihm gesagt, dass seine Entscheidung, die ich als Carlisle nicht unterstütze, respektiert wird, aber nur in einem gewissen Rahmen. Das bedeutet, wir bleiben noch eine Weile, er kann ja gehen, aber wir lassen Bella nicht ganz alleine mit ihrer Trauer. Das hätte vielleicht weniger Drama gebracht, allerdings auch weniger „Stoff“ zum Lesen.«

(Nicole M., Leinfelden-Echterdingen)


»Ich wäre gerne Hermine Granger aus „Harry Potter“. Mit dieser Buchreihe bin ich aufgewachsen und dadurch zum begeisterten Leser geworden! Auch die Filme liebe ich! Bücher, die man immer wieder lesen kann und Filme, die man immer wieder anschauen kann! Und weder Bücher noch Filme werden durch die großartigen Geschichten langweilig! Ich würde gerne in die magische Welt von Hogwarts eintauchen, im Haus Gryffindor. Ich würde Hermine etwas aus ihren Büchern rausholen und ins Quidditch bringen, etwas, das ich selber schon immer mal machen wollte! Einfach, das Hermine auch mal etwas lockerer wird und nicht nur immer hinter ihren Büchern steckt! Sie ist ein wunderschönes und mutiges Mädchen, das ruhig auch mehr aus sich rausgehen darf.«

(Martina G., Weiden)


»Ich wäre in der Geschichte „Mit dir an meiner Seite“ gerne ich selbst. Ich würde gerne Ronnies Freundin sein und ihr beistehen. Ich würde versuchen, sie davon abzuhalten, ihren Vater so zu behandeln, wie sie es tut. Sozusagen wie ihre zweite Hälfte, damit sie sich immer überlegt, wie sie handelt und liebevoller mit ihren Mitmenschen umgeht.«

(Celine-Michelle K., 14, Fröndenberg)


»Ich würde in eine Figur in „Die Tribute von Panem“ schlüpfen und versuchen die Regierung zu stürzen. Allerdings würde ich es auf eine andere Art und Weise tun, als Katniss. Ich würde versuchen mich unauffällig zu verhalten und dann die Revolution sofort durchzusetzen, indem ich das Kapitol davon abhalte, die Aufständischen zu bekämpfen.«

(Daniel Winzen, 16, Aachen)


»Ich habe von ein paar Monaten das Buch „Staub und Stolz“ gelesen. Dabei handelt es sich um einen fantastischen Roman aus dem Gay-Genre. Die Geschichte ist unheimlich mitreißend, hart und sehr emotional. Obwohl das Ende zu dieser Geschichte gepasst hat, würde ich es gerne verändern. Ich würde gerne in das Buch und ein Leben retten.«

(Ramona G., 27, Bisingen)


»Das ist die einfachste Frage der Welt. Der Film wäre natürlich „Titanic“. Ich wäre das Gehirn von Jack und würde auf diese sch*** Tür klettern, auf der Rose saß. Dort war locker Platz für drei Leute! Jack und Rose wären beide gerettet worden und lebten bis an ihr Lebensende glücklich zusammen.«

(Franziska Heins, Husum)


»Ich würde den „Black Swan“ mimen und die beste Tanzeinlage überhaupt hervorbringen, denn als leidenschaftliche Tänzerin ohne jegliche Fähigkeiten, Erfahrungen etc. hätte ich genau das in diesem Film und zwar OHNE psychische Paranoia zu haben! Somit könnte ich für ein anderes, ganz besonderes und vor allem mitreißendes Ende des Films sorgen, was wirklich jedem im Kopf bleibt. Durch Tanzen kann man so unglaublich viel audrücken, fühlen und gezeigt bekommen, dass ich denke – als Teil des Films -, dass ich genau das vekörpern kann, sobald ich das dazugehörige Outfit anhabe, inklusive Tutu,  Spitzenschuhe und Dutt. Also lasst mich tanzen – und macht mich und euch glücklich!«

(Jana Hößler, Berlin)


»Könnte ich in eine Geschichte eingreifen, dann wäre das definitiv bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Ich würde das ganze so arrangieren, dass ich ein Heilmittel gegen den tödlichen Krebs von Hazel und Augustus finden würde, sodass die beiden am Ende zusammen bleiben können und nicht durch Augustus‘ Tod auseinandergerissen werden. Ich weiß, es klingt kitschig, aber im Angesicht des Todes bekommt die Liebe – und vor allem auch das Leben – eine noch größere Bedeutung… Hazel und Augustus hätten eine Chance auf die Liebe und das Leben definitiv verdient.«

(Denise S. 17, Linz/Österreich)


»Wenn ich in ein beliebiges Buch springen könnte, wäre dies bestimmt „Stolz und Vorurteil“. Ich liebe dieses Buch und auch den Film. Eingreifen würde ich vermutlich nicht wirklich, denn für mich ist die Handlung ziemlich perfekt. Stattdessen würde ich einfach alles beobachten, am besten als unsichtbarer Beobachter, so dass ich überall dabei sein kann. Zu sehen, wie sich Elizabeth und Mr. Darcy erst bekriegen und dann verlieben, wäre toll.«

(Nadine Sprenger, 29, Stavenhagen)


»Ich würde gerne in das Buch „Vampire Academy“ eintauchen, um dort als Dhampir die Ausbildung zum Wächter zu machen. Warum ich das machen würde? Weil ich gerne stark und fit sein würde und die Menschen und Moroi vor den Stigori zu beschützen  Ich würde auch mal gerne wissen, wie es ist, für andere und um sein Leben zu kämpfen.«

(Jasmin L, Rostock)


»Ich lese momentan „Seelen“ von Stephenie Meyer und würde unglaublich gerne in diese Geschichte eintauchen, um Jared einmal ganz kräftig zu schütteln, in der Hoffnung, dass er dann aufwacht und seine „Mel“ hinter der Seele „Wanda“ erkennt! In Melanies Erinnerungen wird dieser junge Mann so unglaublich toll und liebenswert beschrieben, doch durch den Verlust Melanies zeigt er sich jetzt nur noch kalt, abweisend und meist hasserfüllt gegenüber der Seele in der Hülle seiner großen Liebe! Das kann man als Leser einfach nicht mit ansehen und leidet mit Melanie mit, die sich abgestoßen und verletzt fühlt. Man kann zwar irgendwie verstehen, dass Jared nicht glauben will, dass ein Teil Melanies immer noch da ist, doch möchte man einfach, dass er dies endlich erkennt! Das würde ich mir von meinem „Wachrüttel-Versuch“ auf jeden Fall erhoffen!«

(Anika Humpert, 20, Ense)


»Da fällt mir spontan ein Buch ein, was ich erst vor kurzem gelesen habe – „Angstspiel“. Es geht um Internet-Stalking auf ganz eklige Weise, das Mädchen, welches in dem Buch betroffen war, war eigentlich kein ruhiger Typ, sondern eher die Freche, Laute. Daher mal ein ganz anderes Opfer. Doch leider vertraut sie sich monatelang niemanden an, nur ihrer besten Freundin. Immer wieder wäre ich gerne in die Handlung hineingesprungen und hätte sie gerne wach gerüttelt. Hätte gesagt, sie soll endlich mit ihren Eltern reden, oder mit der Polizei. Auch an Stelle ihrer besten Freundin wäre ich gerne öfter mal gewesen, die hätte auch zur Polizei gehen können, doch leider erbrachte sie nur die Idee, es selbst in die Hand zu nehmen. Das Buch hat mich wahnsinnig gemacht. Ich hatte es selten, dass ich so in eine Handlung springen wollte, dass ich so kribbelig wurde beim Lesen eines Buches. Wie ich aber letztendlich selbst handeln würde, wenn ich betroffen bin, wüsste ich warscheinlich auch nicht. Durch dieses Buch, würde ich aber sagen, ist mir klar geworden, wie wichtig es ist, so etwas nicht vor seinen Eltern oder der Polizei zu verheimlichen! Das Buch hat mich sicherlich so mitgerissen und dazu bewegt, helfen zu wollen, weil das Thema Internet Stalking/Mobbing immer präsent und immer aktuell ist. Schön, wenn Bücher helfen, dass man über ein Thema mehr nachdenkt, sich mehr interessiert und auch helfen will.«

(Vanessa R, Osterode am Harz)


»Ich habe gerade das Buch „Ledig, geschieden, verwitwet“ gelesen, und wenn ich könnte, hätte das Buch für mich ein Happy End gehabt. So habe ich bittere Tränen vergossen. Der dritte Teil handelt von Jette, deren erster Mann gestorben ist. Als sie endlich den Mann fürs Leben kennenlernt, ihre große Liebe, stirbt dieser in ihren Armen und Jette bleibt mit ihrem Kind allein zurück. Ich würde Mirco wieder gesund werden lassen und Jette ihr Glück genießen lassen.«

(Sonja W., Altdorf)


»Ich würde in „Der letzte Weynfeldt“ springen, als ich selbst, und Adrian Weynfeldt wach rütteln, damit er sich nicht weiter ausnutzen lässt!«

(Daniela G. aus Oberkochen)


»Ich wäre gern Hebamme Marthe in den Hebammenbüchern von Sabine Ebert. Ich würde das gleich tun wie Marthe. Sie war hilfsbereit, ihrer Zeit voraus sehr klug und tapfer. Sie hat eine Vorbildfunktion für mich.«

(Gabi Riedel, Schwarzenberg)


Und noch mal der Siegerbeitrag:

»Wenn ich in ein Buch springen könnte… dann wäre es „Die Rebellion der Maddie Freeman“ als ich selbst.  Gerade, weil die Zukunft wirklich so aussehen könnte – es gibt nur noch ein Leben hinterm Computer und nicht mehr in der Außenwelt. Was Maddie da erlebt ist unglaublich und könnte in Zukunft wirklich so sein. Maddie fängt an, gegen das System zu rebellieren und schließt sich der Rebellion an. Was spiele ich da für eine Rolle? Ich wäre ebenfalls eine Gegnerin des Systems. Um dort eine Rolle zu haben, muss man wahnsinnig viel Ehrgeiz und Mut haben. Ich würde zusammen neben Maddie kämpfen, koste es, was es wolle. Internet ist wichtig und hilfreich, aber dass die Schule, Treffen mit Freunden und der gesamte Einkauf nur noch darüber läuft, geht gar nicht! Soziale Kontakte sind das Wichtigste!  Für diese Rebellion würde ich einstehen und mein Leben dafür geben, denn die Hintergründe sind schrecklich. Was Menschen, Menschen antun.. Solche Grausamkeit gehört nicht in die Welt.«

(Julia Heimrich, 17, Köln)

Wir danken allen Teilnehmern für ihre kreativen Beiträge.

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