Bernd Perplies, Christian Humberg – Star Trek – Prometheus 3: Ins Herz des Chaos (Buch)

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Christian Humberg, Bernd Perplies Star Trek - Prometheus 3: Ins Herz des Chaos (Cover © Cross Cult)„Ins Herz des Chaos“ wurde wie üblich von Bernd Perplies und Christian Humberg geschrieben. Es handelt sich bei diesem Titel um den dritten und damit leider auch finalen Band der „Prometheus“-Reihe. „Leider“ deshalb, weil beide Autoren es geschafft haben, eine faszinierende Geschichte zu schreiben, die zu Recht in den offiziellen Kanon der „Star Trek“-Literatur gehört. Doch dazu später mehr.

Der Grund für das aggressive Verhalten der Renao ist bekannt. Eine Geistes-Entität, die „Der Sohn der Roten Alten“ genannt wird, steckt dahinter. Was man über es erfährt, passt zu einem Wesen, dem die Crew der ersten Enterprise einst begegnet war. Wie soll man es allerdings besiegen? Oder wäre es nicht besser, zuerst den Versuch einer Kommunikation mit ihm zu wagen?

Doch die Prometheus, die im Auftrag der Föderation in dem Lembatta-Cluster unterwegs ist, steht unter Zeitdruck. Versagt sie, droht der friedliche Geist des Sternenbündnisses für immer zu vergehen. Und die Bortas unter dem Kommando des jungen, heißblütigen Klingonen Captain Kromm macht die Arbeit für sie nicht einfacher.

Insgesamt betrachtet war die „Prometheus“-Trilogie ein einziges Highlight. Beiden Autoren gelang es, eine Geschichte zu schreiben, die zusammen gesehen ein Hochgenuss war. Eine bessere Art, 50 Jahre „Star Trek“ zu feiern, konnte es nicht geben. Jedoch gibt es da einige Wermutstropfen. Und nein, damit ist nicht gemeint, dass die Trilogie vorbei ist.

Es ist vielmehr die Tatsache, dass von allen Romanen der Reihe dieser der schwächste war. Allerdings ist dies immer noch ein Buch, das auf hohem Niveau geschrieben worden ist. Und es weiß zu unterhalten.
Die Geschichte ist an Highlights nicht gerade arm. Beide Autoren bauen immer wieder Szenen ein, die einem sofort gefallen. Und schreiben dabei gleichzeitig Querverweise auf viele vergangene Romane und Episoden. Da wird Memory Alpha eine gelungene Hommage erwiesen, die ebenso eine Verbeugung für The Next Generation darstellt. Und dabei sind diese Szenen so geschrieben, dass man sie ebenfalls als jemand genießen kann, der sich mit der gewaltigen Historie von „Star Trek“ nicht so gut auskennt.

Was ebenso sehr gut gefällt, ist die Perspektive eines Renaos, der von den Taten der fanatischen Vertreter seiner Art besonders betroffen ist. Dadurch wird auch klar gemacht, dass nicht jeder von dieser Spezies genauso verquer denkt wie die meisten anderen Vertreter, denen man zuvor begegnet ist. Es ist die Sicht eines Unschuldigen, der voller Ohnmacht erleben muss, wie sein gesamtes Leben zerstört wird, nur weil es Personen gibt, die Andersdenkende ablehnen. Es ist eine Perspektive, die man in den letzten Bänden doch etwas vermisst hat.

Spannend ist der Roman sowieso. Die Geschichte bietet viele Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Wiederholt bauen die beiden Autoren einen Twist ein, der dazu beiträgt, dass man das Buch so schnell nicht aus der Hand legen wird. Hierzu zählt natürlich auch die Suche nach einer Lösung, wie man mit dem „Sohn des Roten Alten“ umgehen soll, ohne dass die „Prometheus“ ihre Ideale verraten soll.

Das Finale ist dabei besonders grandios geworden. Es ist packend und für einige Charaktere ein würdiger Abschluss. Gleichzeitig wird es wohl wegweisend für die „Trek“-Literatur sein. Es deutet einige Aspekte an, die Hoffnung machen.

Und wieso ist das jetzt überhaupt der schwächste Roman? Weil er trotz allen Lobs teilweise erstaunlich langweilig wirkt. Die größte Spannung der vorherigen Bücher ist dieses Mal kaum noch existent. Beim Kampf gegen die „Söhne der Sphäre“ hilft ein wenig zu oft der Zufall. Auch fehlt die spannende Frage, was zwischen dem Klingonischen Imperium und der Föderation geschehen würde. Und die Charakterisierung von Captain Kroom wirkt im Vergleich zu den vorherigen Geschichten schon fast handzahm. Letzteres wird mit dem Finale zwar ein klein wenig relativiert, aber dennoch hat man den Eindruck, dass hier etwas fehlt.

Nichtsdestotrotz ist dies unterm Strich ein sehr gelungener Roman und Abschluss. Nur halt nicht so stark wie die Vorgängerbände.

Cover © Cross Cult

  • Autor: Bernd Perplies, Christian Humberg
  • Titel: Star Trek – Prometheus 3: Ins Herz des Chaos
  • Teil/Band der Reihe: 3 von 3
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 9/2016
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 515
  • ISBN: 978-3-86425-853-4
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten

Wertung: 11/15 dpt


Über den Autor

Götz Piesbergen


Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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