David Mack – Star Trek – Sektion 31: Verleugnet (Buch)

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David Mack - Star Trek -Sektion 31: Verleugnet (Cover © Cross Cult)Die Miniserie „The Fall“ markierte einen entscheidenden Einschnitt in das literarische „Star Trek“-Universum. Es sah wie Verrat und Verschwörung die Föderation übernahm, wie auf Kosten der Andorianer um Politik gekämpft wurde und wie Julian Bashir sein Leben für das Überleben der ehemaligen Gründungsmitglieder der Föderation aufs Spiel setzte. Die Reihe endete damit, dass diese Spezies zurück in die Sternengemeinschaft kam, eine Andorianerin neue Präsidentin von dieser wurde und der ehemalige Chefarzt von Deep Space Nine seinen Dienst quittierte. Und das ist nur die arg zusammengefasste Version der Geschichte, die stattfand.

Am Ende der Miniserie fasste Julian Bashir gemeinsam mit seiner Geliebten Sarina Douglas einen folgenschweren Beschluss. Er wollte die geheimnisvolle Organisation Sektion 31 zerstören und zwar von innen heraus. Ein ziemlich riskantes und wagemutiges Unterfangen, das in Romanform auch fast sofort angegangen wurde. „Sektion 31“ ist der Name der Reihe, in der dieses Unternehmen zur Sprache kommt.

Der erste Roman der wiederbelebten Reihe – zur Jahrtausendwende herum erschienen schon einmal vier Bücher einer „Sektion 31“-Serie – wurde von niemand Geringerem als David Mack geschrieben. Der ist immerhin einer der bekanntesten und prominentesten „Star Trek“-Autoren, der zum Beispiel die „Destiny“-Trilogie verfasst hat, mit der zum ersten Mal das literarische „Star Trek“-Universum auf den Kopf gestellt wurde. Auch für das Titelbild wurde ein bekannter Name angeheuert, nämlich Tim Bradstreet, der ein berühmter Comickünstler ist, dessen Illustrationen beispielsweise die „Punisher“-Serie zierten.

Die Story handelt davon, dass Julian Bashir und Sarina Douglas von Sektion 31 auf eine neue Mission geschickt werden. Sie sollen mit anderen Agenten verhindern, dass die Breen aus dem Spiegeluniversum eine wichtige Technologie stehlen können. Doch wie es bei Aufträgen dieser Geheimorganisation üblich ist, gibt es für alle Teilnehmer des Unternehmens verschiedene, geheime Zusatzaufgaben. Und eine davon lautet, eine Rückkehr von Julian Bashir nicht zu ermöglichen…

Zugegeben: Zu Beginn der Geschichte herrschte eine gewisse Skepsis vor, ob es David Mack gelingen würde, dem Spiegeluniversum neue Aspekte aus den Rippen leiern zu können. Denn gefühlt wurde es viel zu oft als Grundlage für eine konfliktbeladene Handlung herbeigezogen. Zuletzt in der leider stark abgekürzten neunten Staffel von „Deep Space Nine“. Damals hatte man den Eindruck, dass das Paralleluniversum langweilig und uninteressant geworden wäre.

David Mack beweist das Gegenteil. Das liegt aber auch daran, dass die Eindringlinge dieses Mal die Handlungsträger sind, die aus dem „Star Trek“-Universum selbst stammen und dieses Mal bewusst und gewollt in die Spiegelseite eindringen. Und dort erwartet sie ein Universum, in dem sich einiges getan hat. Das Terranische Imperium ist verschwunden und nach einigen Turbulenzen ist an seiner Stelle das Galaktische Commonwealth entstanden, das ähnlich funktioniert, wie die Föderation.

Dabei konzentriert sich David Mack nicht nur auf das Auftreten von Figuren, die, wie es im Spiegeluniversum üblich ist, ähnlich aber doch ganz anders als gewohnt sind. Sondern schildert ebenso gleichzeitig Dinge, die bislang nie wirklich thematisiert wurden, nämlich gravierende Unterschiede zwischen den beiden Universen, wie zum Beispiel die Technologie. Denn die ist es ja, weshalb sowohl die Breen als auch die Agenten von Sektion 31 sich auf den Weg machen.

Die Expedition der Breen selbst steht dabei von Beginn unter keinen guten Stern. Sie müssen massive Verluste hinnehmen. Fast würde man Mitleid mit ihnen empfehlen, wäre da eben nicht die Tatsache, dass ihr Vorhaben nicht richtig ist! Sie wollen ja die Technologie stehlen und für ihren eigenen Vorteil einsetzen. Dabei versucht der Kommandant Trom alles, um seinen Auftrag zu einem Erfolg werden zu lassen. Und dafür ist ihm jedes Mittel recht, was einem widerwillig Respekt abringt.

Doch neben der Mission der Breen wird auch die Geheimdienstarbeit nicht vernachlässigt. Es gibt jede Menge unterschiedlicher Aktivitäten, die in dem Spiegeluniversum stattfinden und die doch auf die eine oder andere Art in einem Zusammenhang stehen. Hierbei spielt Sektion 31 eine nicht unerhebliche Rolle.
Und dabei zeigt sich ebenfalls das wunderbar dargestellte Dilemma von Julian Bashir und Sarina Douglas. Denn einerseits gilt es zu verhindern, dass die Expedition der Breen erfolgreich sein wird. Aber andererseits müssen sie auch Sektion 31 schaden. Dies ist natürlich alles andere als einfach, was David Mack wiederholt deutlich macht. Und doch geben die beiden nie auf, sondern erhalten teilweise sogar Unterstützung von ungeahnter Seite.

„Sektion 31: Verleugnet“ ist ein erstklassiger Thriller, der von David Mack sehr spannend geschrieben worden ist. Es ist ein wahrer Pageturner geworden und damit ein Must-Read für alle „Star Trek“-Fans.

Cover © Cross Cult

Wertung: 15/15 dpt

  • Autor: David Mack
  • Titel: Star Trek  – Sektion 31: Verleugnet
  • Originaltitel: Star Trek – Section 31: Disavowed
  • Übersetzer: Christian Humberg
  • Verlag: Cross Cult
  • Erschienen: 12/2016
  • Einband: Taschenbuch
  • Seiten: 356
  • ISBN: 978-3-95981-172-9
  • Sonstige Informationen:
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Über den Autor

Götz Piesbergen

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Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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