Wikingergeister auf Hiddensee, Hexen in Stralsund.

Sherlock Holmes und das Ostseegold
© KBV

März 1914. Sherlock Holmes und Dr. Watson verweilen in Magdeburg, wo ihnen ihr Hotel jedoch alles andere als zusagt. So wollen sie vorzeitig zurück nach England reisen als sie ein Hilferuf aus Stralsund erreicht. Walter Scharfenschwerdt, Direktor des Stralsunder Museums, macht sich Sorgen um einen wertvollen Wikingerschatz, der vor rund vierzig Jahren auf der Insel Hiddensee gefunden wurde. Dort treiben unheimliche Gestalten ihr Unwesen; angeblich die Geister der Wikinger, die ihren Schatz zurückhaben möchten. Ein Mann starb bereits an einem Genickbruch, den er sich angeblich bei einem Sturz von einer Klippe zuzog. Allerdings gab es am Fundort der Leiche weit und breit keine Klippe. Der Vorsteher der Hiddenseer Seenotrettungswache hat derweil angeblich seinen Verstand verloren und sitzt in der IV. Pommerschen Heil- und Pflegeanstalt in Stralsund.

Selbstverständlich stimme ich Ihnen zu, dass es nicht toleriert werden kann, wenn Schatzgräber Leute umbringen oder in den Wahnsinn treiben. Aber es bleibt die vordringliche Sache der Behörden, diesem verruchtem Treiben Einhalt zu gebieten. Ein Museumsdirektor hat damit nichts zu schaffen und ein englischer Detektiv im Ruhestand ebenso wenig.

Während Holmes und Watson nach Hiddensee reisen, um den dortigen Spuk aufzuklären, geht es auch in Stralsund munter drunter und drüber. Übelriechende Sträuße hängen an Häusertüren und schon bald werden von der zunehmend in Panik geratenen Bürgerschaft fliegende Hexen im Hafenviertel gesichtet.

Der alte Knabe erzählt munter weiter.

Alter Knabe, so nennt Sherlock Holmes seinen unverzichtbaren Chronisten Dr. Watson. Dieser erzählt zum bereits siebenten Mal ein neues Abenteuer des bekanntesten Detektivs aller Zeiten, dessen Wege einmal mehr nach Deutschland führen. Wolfgang Schüler, Mitglied der DSHG, der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft, trifft den Ton des Originals gekonnt zuverlässig, wenngleich im vorliegenden Fall etwas arg auf übernatürlichen Hokuspokus gesetzt wird, den der Meisterdetektiv sogleich als solchen enttarnt.

Holmes und Watson geraten zwar auf Hiddensee kurzzeitig in Gefahr, ansonsten fehlen Actionszenen jeglicher Art, die allerdings in diesem Setting auch recht unangebracht wären. Stattdessen garniert der Autor seine Geschichte erneut mit reichlich viel Geschichtswissen. Zu Beginn verweilen Holmes und Watson in Magdeburg, so dass auf die Ereignisse des 30. Mai des Jahres 1631 eingegangen wird. Jener düstere Tag des Dreißigjährigen Krieges, der als „Magdeburger Hochzeit“ in die Geschichte einging. Später folgt ein Ausflug in die christliche Mythologie, genauer zu Kain und Abel, und auch der Seeräuber Claus Störtebecker findet Erwähnung. Ein kurzweiliges Lesevergnügen mit klassischer Aufklärung vor versammelter Runde.

  • Autor: Wolfgang Schüler
  • Titel: Sherlock Holmes und das Ostseegold
  • Verlag: KBV
  • Umfang: 272 Seiten
  • Einband: Taschenbuch
  • Erschienen: Mai 2021
  • ISBN: 978-3-95441-563-2
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite


Wertung: 12/15 dpt


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