Das literarische »Star Trek«-Universum bei Cross Cult Teil 0: Prolog

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Ralph Sander - Das Star Trek Universum Band 4 (Cover © Memory Alpha Wiki)50 Jahre »Star Trek« allgemein und acht Jahre »Star Trek« bei Cross Cult. Aus diesem Anlass wird es in den nächsten Wochen eine Kolumnen-Reihe geben, in der nach und nach die einzelnen Serien und Bücher vorgestellt werden, die der Verlag im Laufe der Zeit herausgebracht hat. Doch los geht es mit einem kleinen Prolog, in welchem erklärt wird, was geschah, ehe der Verlag die Lizenz erhielt.

Wer wie ich als »Star Trek«-Fan in den 80er und 90ern Jahren aufwuchs, für den gab es als Leseratte keinen Weg um den Heyne-Verlag, der in jener Zeit das Nonplusultra war. Ein Großteil der in den USA erschienenen Romane wurde ins Deutsche übersetzt und auch hierzulande herausgebracht. Wobei das damalige Highlight für mich die von Ralph Sander in mühevoller Kleinarbeit zusammengestellte Übersicht »Das Star Trek Universum« war, die es in mehrfachen Auflagen und überarbeiteten Ausgaben gab.

Doch im Laufe der Jahre flaute die Begeisterung um »Star Trek« ab, was sich wohl auch an den Verkaufszahlen beim Verlag bemerkbar machte. Nach und nach wurden die Reihen, die auf den diversen Fernsehserien basierten, eingestellt. Bis im Jahr 2003 der letzte Roman vom Heyne-Verlag veröffentlicht wurde.

Peter David - New Frontier 1 (Cover © Pocket Books)Was insofern schade war, als dass dies der Zeitpunkt war, an dem das literarische »Star Trek«-Universum in den USA sich bereits seit Jahren drastisch veränderte. Waren zuvor die meisten Geschichten »Done in One«-Erzählungen, die auf den bekannten Fernsehserien basierten und bei denen dementsprechend der Status Quo nicht verändert werden durfte und konnte, änderte sich dies 1997 mit »New Frontier«. Der bekannte US-Autor und »Star Trek«-Experte Peter David erhielt freie Hand, mit »New Frontier« eine Serie zu schreiben, die zum Zeitpunkt ihres Ersterscheinens komplett anders war, als man es zuvor aus dem literarischen »Star Trek«-Universum gewohnt war. Charaktere verliebten sich, starben oder bekamen Kinder. Der einzige Status quo, den es gab, war, dass man stets das Unerwartete erwarten musste und durfte. Heyne brachte zwar noch die ersten acht Romane gesammelt in sechs Bänden heraus, stellte dann allerdings sämtliche noch laufende »Star Trek«-Bücherserien ein.

Um noch einmal auf die Veränderungen zurückzukommen, die »New Frontier« auslöste: In den USA war der Erfolg dieser Serie Anlass, mehr und mehr Romanreihen herauszubringen, die eigenständige Geschichten erzählten. Es handelte sich jedoch überwiegend um Serien, die losgelöst von den Fernsehserien existierten, auch wenn sie dasselbe Universum teilten. Es waren Reihen wie »IKS Gordon«, »Vanguard« oder »Stargazer«. Sie waren quer über die ganze Chronologie des »Star Trek«-Universums platziert.

Und irgendwann wurden ebenso bei den Buchserien, die auf den TV-Reihen basierten, Geschichten erzählt, die aufeinander aufbauten. Das war deshalb möglich, weil »Star Trek« langsam aus dem Fernsehen verschwand und in den Kinos eine Enterprise aus einem anderem Universum Abenteuer erlebte. Und so erhielt »Deep Space Nine« eine achte Staffel in Buchform, und bei »Voyager« wurde erzählt, was mit der Crew nach dem Ende der letzten Episode passierte. Und auch bei »The Next Generation« wurden große Veränderungen eingeläutet. Dafür sorgte die »A Time to…« Miniserie, die bei den Fans sehr beliebt ist und hierzulande nie veröffentlicht worden ist. Die Konsequenzen dieser Serie sorgten dafür, dass die »Titan«-Reihe vom Stapel gelassen wurde.

David Mack - Star Trek Vanguard 1: Der Vorbote (Cover © Cross Cult)Und in Deutschland? Sah es zunächst danach aus, als ob man nie wieder etwas Neues von »Star Trek« lesen würde. Bis der »Cross Cult«-Verlag die Lizenz für den deutschen Sprachraum erhielt.

Der Verlag wurde 2001 gegründet und stach zu Beginn dadurch hervor, dass er Comics wie »Hellboy« in einem kleinformatigen Hardcover herausbrachte. Die Qualität der Produkte war edel und sehr gut. Die Ankündigung, dass der Verlag sich die »Star Trek«-Lizenz gesichert hatte, war dann eine Überraschung. Schließlich war das einzige Buch, was der Verlag zuvor veröffentlicht hatte, »nur“ »300 – The Art of the Film«.

Gespannt wartete man auf erste Details, die auch nach und nach eintrafen. So verkündete man, dass man »Star Trek: Vanguard« veröffentlichen würde. Und so geschah es auch. Am 11. Februar 2008 konnte der geneigte »Star Trek«-Literaturfan »Star Trek: Vanguard 1: Der Vorbote« im Handel finden und käuflich erwerben. Geschrieben von einem gewissen David Mack. Und was vermutlich nur wenige damals ahnen konnten: Es war der Auftakt zu einem großen Erfolg, der noch heute anhält …

In der nächsten Kolumne werde ich dann die »Vanguard«-Serie vorstellen und mich dann chronologisch nach Erscheinungsjahr der jeweiligen Reihe vorarbeiten. Viel Spaß und bis dahin!

Cover »Das Star Trek Universum 4« © Memory Alpha
Cover »Star Trek: New Frontier 1« © Pocket Books
Cover »Star Trek: Vanguard 1« © Cross Cult

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Über den Autor

Götz Piesbergen

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Ich darf mich vorstellen? Wunderbärchen! :D

Mein Name ist Götz Piesbergen, wobei ich in den Weiten des World Wide Web auch noch ein paar andere Pseudonyme verwende. Ich bin ein Vielschreiber und Vielleser, der quasi alles verschlingt, was Buchstaben hat (hmm, lecker! :D). Und da ich zu den Leuten gehöre, die ihre Meinung im Netz gerne kundtun, bespreche ich auch die Sachen, die ich lese oder zocke oder sehe.

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von Götz Piesbergen Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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