© PVM Productions INC. 2019 / Mongrel Media

Einen Kampf “David gegen Goliath” verspricht “Percy” schon am Filmplakat. Wenn man bedenkt, dass auf der einen Seite ein älterer, kanadischer Bauer steht und auf der anderen Seite der Riesenkonzern Monsanto, ist der Vergleich durchaus berechtigt.

Regisseur Clark Johnson zeigt in 99 Minuten einen knapp 10-jährigen Rechtsstreit, basierend auf einer wahren Begebenheit.

Percy Schmeiser ist ein Rapsbauer in der kanadischen Provinz Saskatchewan. Dort ist die Welt noch in Ordnung: die Menschen sind gläubig, leben von der Landwirtschaft und treffen sich am Dorffest zu Kaffee und Kuchen. Die gezeigten Bilder von endlosen Felder im Sonnenuntergang unterstreichen diese Idylle. Eines Tages flattert jedoch ein Brief des Chemie- und Landwirtschaftsriesen Monsanto ins Haus. Schmeiser soll illegalerweise Saatgut der Firma verwendet haben und deswegen 150.000 Dollar Entschädigung zahlen.

Unvorstellbar für den rüstigen Bauern, züchtet er doch den Samen laut Überlieferung seiner Vorfahren selbst: die besten Keime pro Saison werden aufgehoben, um diese im nächsten Jahr wieder auszusäen.

Percy ist zwar verwundert, wie der gentechnisch veränderte Raps auf seine Feldern gelangt sei, wissentlich passierte es keinesfalls. Daher lässt er sich weder einschüchtern noch will er die Entschädigung zahlen. Christopher Walken liefert hier eine sehr unaufgeregte Performance ab. Anders als in früheren Filmen und auch divergierend zur Filmvorlage. Dennoch zeigt hier der mittlerweile 78-jährige Filmveteran sein schauspielerisches Können.

Rebecca Salcau (Christina Ricci) und Percy Schmeiser (Christopher Walken)

In weiteren Rollen sind Zach Braff als Percys Anwalt Jackson Weaver und Christina Ricci als Umweltaktivistin Rebecca Salcau zu sehen. Während der Anwalt durchaus Verständnis für die Probleme des Landwirts hat, erscheint die Motivation von Salcau erstmals darin zu bestehen, ihre eigene Karriere zu steigern.

Nach und nach erlebt das Publikum die diversen Instanzen des Prozesses, wo abermals deutlich wird, mit welchen Mitteln ein gigantischer Konzern ausgestattet ist und wie ohnmächtig ein einzelner Bauer im Vergleich dazu wirkt. Percy avanciert zwar zu einer Art Galionsfigur in diesem ungleichen Kampf, dennoch bleibt es ein eher trockenes Schauspiel. Erin Brokovich war damals um Längen launischer. Ein Umstand der nicht rein auf das Alter der jeweiligen Darsteller*innen zurückzuführen ist. Zu trocken klappert Regisseur Johnson die weiteren Stationen der Geschichte ab, die Emotionen und Gefühle des an sich schon wortkargen Percy,  bleiben somit leider komplett liegen. Auch sein Umfeld und dessen Reaktionen auf den jahrelangen Prozess werden nur am Rande angeschnitten.

Letztlich bekommen beide Parteien vor Gericht Recht, richtig gewonnen hat damit keiner. Der Farmer muss allerdings mit den Konsequenzen vor Ort leben, dass wohl auch langjährige Freundschaften unter dem Rechtsstreit litten.

Christopher Walken als kämpferischer Landwirt

Im Oktober 2020 verstarb der echte Percy Schmeiser, kurz nachdem das Biopic in Kanada veröffentlicht wurde.

Fazit: “Percy” zeigt den ungleichen Kampf eines unabhängigen Landwirts gegen einen übergroßen Konzern. Melancholische Bilder und ein etwas steifer Chriostpher Walken tragen den Film, während die Handlung etwas zu hölzern abgearbeitet wird.

  • Titel: Percy
  • Originaltitel: Percy
  • Produktionsland und -jahr: CAN 2020
  • Genre:
    Drama
    Biografie
  • Erschienen: 07.2021 (Kino)
    5.11.2021 (DVD)
  • Label: MFA+
  • Spielzeit: 99 Minuten
  • Darsteller:
    Christopher Walken
    Christina Ricci
    Zach Braff
  • Regie: Clark Johnson
  • Drehbuch: Garfield Lindsay Miller
    Hilary Pryor
  • Kamera: Luc Montpellier
  • Schnitt: Geoff Ashenhurst
    Maureen Grant
    Susan Maggi
  • Musik: Steven MacKinnon
  • FSK: 6
  • Sonstige Informationen:
    Filmseite
    Szenenfotos: © PVM Productions INC. 2019 / Mongrel Media


Wertung: 8/15 dpt


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