Royal Pains – Staffel 3 (TV-Serie, 4DVD)

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Royal Pains - Staffel 3 (Serie) DVD Cover © Universal Pictures Home EntertainmentHankMed genießen mittlerweile trotz ihres oftmals unkonventionellen Tuns – Arzt Hank hinsichtlich seiner Behandlungsmethoden (Zitat aus Staffel 1: »Sind Sie MacGyver oder sowas?«) und Finanzchef Evan hinsichtlich seiner Art, das Unternehmen noch bekannter zu machen – einen guten Ruf in den US-amerikanischen Hamptons, einer Reichengegend. Auch die sich in rapidem Tempo verbessernde Divya sowie Hanks Ex-wieder-ex-wieder-man-weiß-es-einfach-nicht-Freundin Jill Casey eilen immer wieder zur Hilfe und sorgen für das Wohl der finanziell bestens betuchten und zuweilen kauzigen und anspruchsvollen Patienten. Dabei muss das innovativ arbeitende Team immer wieder an seine Grenzen gehen, was die Arbeit einerseits extrem beanspruchend werden lässt, so jedoch für immer neue Herausforderungen sorgt, an denen die Mediziner wachsen – denn nicht jeder Fall verläuft ohne Komplikationen.

Mit Letzteren hat jeder Einzelne zu kämpfen, denn während Hank und Jill endlich doch wieder zusammen finden, bekommt sie ein Angebot in Südamerika unterbreitet, was das wiederglückliche Paar vor eine schwerwiegende Entscheidung stellt. Obendrein wird Hank erfahren, weswegen er seinen Großvater Ted niemals kennenlernen durfte. Divyas Probleme mit ihren Eltern sind nach wie vor nicht aus der Welt geschafft, denn nach der Abfuhr, die sie dem ihr elterlicherseits zugesprochenen Raj erteilt hat, ist das Verhältnis sehr angespannt, und sie tun alles dafür, um Divya dennoch unter die Haube zu bringen. Hanks Bruderherz Evan hingegen wähnt sich im siebten Himmel, da seine Liebste Paige (Brooke D’Orsay) seinen Heiratsantrag angenommen hat. Doch so einfach, wie es sich das junge Paar vorstellt, wird es nicht.Ferner zieht am Horizont Konkurrenz für Hank auf, und den ursprünglichen HankMed-Investor Boris Kuester von Jurgens-Ratenicz ereilen einmal mehr schwere gesundheitliche Probleme.

Royal Pains - Staffel 3 (Serie) Szenenfoto © Universal Pictures Home EntertainmentZahlreiche Serien zeigen nach bereits wenigen Staffeln Abnutzungserscheinungen oder grooven sich langsam aber sicher in Richtung Routine und Gleichförmigkeit ein. Bei „Royal Pains“, der Serie um das ungleiche Gewschwisterpaar Hank (Mark Feuerstein) und Evan Lawson (Paulo Costanzo) hingegen macht sich eine äußerst positive Entwicklung bemerkbar, denn was in der ersten Staffel als „ganz gut“ durchging, konnte in der zweiten Staffel als „das macht sich“ eingestuft werden. Mit vorliegender dritter Staffel – in den Staaten lief bis September 2013 bereits die fünfte – wurde das Potential dieser Serie noch besser ausgeschöpft.

Einerseits ist die Serie zunehmend vielschichtiger angelegt, sodass beispielsweise die Schwerpunkte von Episode zu Episode oftmals sehr unterschiedlich gelagert sind und so auch mal eine Figur aus der zweiten Reihe in den Vordergrund rückt oder umgekehrt einer der Protagonisten auch mal eine stark untergeordnete Rolle einnimmt. Dies sorgt für zusätzliche Dynamik bezüglich der Spannung und ist ein wirksames Mittel gegen Gleichförmigkeit

Andererseits hat man sich doch sehr ins Zeug gelegt, dem Zuschauer trotz der ein oder anderen – letztendlich dem Serienkonzept zuzuschreibenden – Vorhersehbarkeit (irgendwer hat immer irgendwas, Therapie scheint gefunden, Patient trotzdem nicht geheilt; Hank und Co. sind irgendwo anwesend und „rein zufällig“ kippt jemand um oder erleidet einen Anfall) möglichst viel Abwechslung zu bieten.

Royal Pains - Staffel 3 (Serie) Szenenfoto © Universal Pictures Home Entertainment„Royal Pains“ hat einen gesunden Mittelweg zwischen fortlaufenden Handlungen (meist auf Protagonistenebene) und Procedural (was die Krankheitsfälle der meisten Patienten betrifft) gefunden, und wie bereits bei den vergangenen Staffeln wechseln sich Drama und Humor sehr ausgewogen ab. Neben den üblichen peinlichen Situationen des übereifrigen, aber herzensguten Evan scheint es aber auch so, dass man den anderen Figuren auch ein paar zusätzliche, bislang weniger vorhanden gewesene unterhaltsame Facetten beschert hat – vor allem bei Hank hat man ein wenig die vernünftige, zuweilen „stock-im-arschige“ Fassade hier und dort mal ein wenig abgeklopft und lernt ihn gelegentlich so ganz anders kennen als er sich sonst verhält. Das Schöne dabei: Der Glaubwürdigkeit tut dies keinen Abbruch, auch nicht bei den anderen Charakteren, die teilweise auch ein situationsbedingt etwas anderes Verhalten an den Tag legen.

Im Großen und Ganzen hat sich hier eine mit einer kleinen Prise Drama versehenen Feelgood-Serie Stück für Stück zum Positiven entwickelt und sich von einem »Ja doch, macht Spaß, ist guckbar!« zu einem »Ja, aber selbstverständlich brauchen wir gleich noch ’ne Folge!“ hochgearbeitet. Unleugbar ist, dass „Royal Pains“ seinen ganz eigenen Charme besitzt, die Reichen-Klischees angenehm auf die Schippe nimmt und zeigt, dass sich auch hinter den gerne auch mal spleenigen und mehr oder minder schwierigen Geldsäcken und -säckinnen oftmals völlig gewöhnliche Menschen verbergen.

Der deutsche Zuschauer und „Royal Pains“-Fan muss leider schwer um die Ausstrahlung hierzulande bangen, weil die Serie im hiesigen Fernsehen alles andere als erfolgreich lief und sie momentan bereits mitten in der zweiten Staffel auf Eis gelegt wurde – ebenso die Wiederholung auf Super RTL, dem wohl für dieses Format unpassendsten Sender der kompletten RTL Group. Umso verwunderlicher ist es, dass es vorliegende dritte Staffel bereits auf DVD zu erwerben gibt. Doch ob die Nachfrage in Deutschland groß genug sein wird, um auch die zukünftigen und die bereits in den USA ausgestrahlten Staffeln hier zu veröffentlichen? Es wäre jammerschade, wenn nicht.

Cover und Szenenfotos © Universal Pictures Home Entertainment

  • Titel: Royal Pains
  • Originaltitel: Royal Pains
  • Staffel: 3
  • Episoden: 16
  • Produktionsland und -jahr: USA, 2011/2012
  • Genre:
    Arztserie, Comedy, Drama
  • Erschienen: 14.11.2013
  • Label: Universal Pictures Home Entertainment
  • Spielzeit: ca. 662 Minuten auf 4 DVDs
  • Darsteller:
    Mark Feuerstein
    Paulo Costanzo
    Reshma Shetty
    Jill Flint
    Campbell Scott
    Brooke D’Orsay
    Henry Winkler
    Christine Ebersole
    und mehr…
  • Regie:
    Michael W. Watkins
    Michael Rauch
  • Drehbuch:
    Andrew Lenchewsk
    John P. Rogers
    Jessica Ball
  • Extras:
    Audiokommentare zu einzelnen Folgen
    Entfallene Szenen
    Gag Reel
  • Technische Details (DVD)
    Bild:
    1,78:1 Anamorph Widescreen
    Sprachen/Ton: Deutsch, Englisch (5.1 DD)
    Untertitel:
    Deutsch, Englisch
  • FSK: 12
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite auf Universal Pictures Home Entertainment

Wertung: 12/15 dpt

 

 


Über den Autor

Chris Popp


Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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Royal Pains – Staffel 3 (TV-Serie, 4DVD)

von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 4 min
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