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Der Klappentext von “Homo Lupus” spricht von einem “Männerbund, der nach absoluter Macht strebt, antidemokratische Kräfte, die die bevorstehenden Wahlen beeinflussen, und ein berüchtigter libanesischer Familienclan, der einen Anschlag im Herzen Berlins plant”.

Die Befürchtung lag zu Beginn nahe, dass hier wieder einmal Illuminaten, Freimaurer oder Kreuzritter als geheimnisvoller Männerbund herhalten mussten, was glücklicherweise ausblieb. Wenngleich das ein oder andere Klischee dennoch von Thomas Kiehl bedient wird.

Die gesamte Handlung ist rund um die kommende Bundestagswahl nach der Corona-Pandemie eingebettet und springt in den Kapiteln zeitlich mal weiter nach vorne oder zurück. Hauptprotagonistin ist Dr. Lena Bondroit, eine Verhaltensbiologin, welche mit ihrem Mann Michael und Sohn Jean in einem Landhaus in der Nähe von Berlin wohnt. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Erforschung des Sozialverhaltens eines Wolfsrudels.

Die Expertise der Biologin soll dem Verfassungsschutz bei einem heiklen Fall helfen. Der berüchtigte Aziz-Clan plane einen Anschlag in Berlin und die bisherigen Versuche, den Clan zu infiltrieren, schlugen fehl. Weil es gerade zuhause nicht so optimal läuft, nimmt Lena den Auftrag an, gefährlichen Undercover-Einsatz inklusive. Sie will sich nicht damit begnügen “nur” Mutter zu sein, außerdem wird ihre Arbeit zu wenig wertgeschätzt. 

“Versuchen Sie sich in die Menschen hineinzuversetzen, die Sie hier sehen, und zunächst nichts in das Verhalten hineinzuinterpretieren. Bleiben Sie so lange wie möglich objektiv.” – Seite 172

Der oben erwähnte Männerbund besteht aus vier ehemaligen Studienkollegen, welche keine unwesentliche Rolle spielen. Vor allem der Parteichef Jan Berger, der “Neuen bürgerlichen Mitte”, als sexistischer Kotzbrocken, ist besonders auffällig.

Thomas Kiel ist neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller Jurist. Nach “Die Ameisenfrau”, ebenso mit Lena Bondroit als Hauptfigur, beschäftigt sich der Autor in “Homo Lupus” wieder mit verhaltensbiologischen Ansätzen. Es ist durchaus spannend zu lesen, wie unterschiedlich die drei Gruppierungen sind und wie gleichzeitig der Kontext zu Wölfen und dessen Sozialgefüge hergestellt wird.

Während der Beginn des Romans etwas schleppend verläuft, steigert sich die Spannung zunehmend. Manche Passagen erscheinen zwar arg konstruiert, dennoch überwiegen die soliden und interessanten Momente.

Nicht unerwähnt soll das tolle Cover bleiben: der eindringliche Blick des Wolfes schreit regelrecht “Lies mich!”.

Fazit: “Homo Lupus” ist ein solider Politthriller, indem eine Biologin, ein Clan und eine Männergruppierung versuchen, sich zu profilieren. Verglichen wird dieses Verhalten mit einem Wolfsrudel – ein durchaus spannender Ansatz.

  • Autor: Thomas Kiehl
  • Titel: Homo Lupus
  • Verlag: Benevento Publishing
  • Erschienen: 02/2021
  • Einband: Broschiert
  • Seiten: 398
  • ISBN: 9783710901089
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten


    Wertung: 11/15 dpt

 


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