Hidden Codes – Mobilgame über die Radikalisierung in digitalen Medien

© Bildungsstätte Anne Frank/Meikey To/Jennifer Hicks
© Bildungsstätte Anne Frank/Meikey To/Jennifer Hicks

Das kostenlose Mobilgame der Bildungsstätte Anne Frank sensibilisiert für Rassismus, Radikalisierung und die Vorgehensweise der rechten Szene in sozialen Netzwerken.

Das gesamte Spiel ist aufgebaut als simulierte Online-Plattform. Wir chatten, knüpfen Kontakte, liken und schauen hochgeladene Bilder und Storys an. Gleichzeitig werden wir mit radikalen Zeichen und Symbolen konfrontiert und müssen lernen, sie zu erkennen. Dabei erhalten wir gut erläutertes und nachvollziehbares Hintergrundwissen an die Hand gegeben.

Bisher gibt es zwei Episoden, welche in jeweils zwanzig bis fünfzig Minuten durchspielbar sind, je nachdem wie gut man mit der Plattform zurechtkommt.

Chat mit der Redaktion. Zu sehen sind auch unsere Antwortmöglichkeiten. Zum Vergrößern draufklicken.

In der ersten Episode spielen wir als Freund:in von Emilia, welche Mitglied bei der Schülerzeitung ist und uns einlädt mitzumachen. Im Gruppenchat der Redaktion schickt jemand Bilder von Plakaten, auf denen der Holocaust verharmlost und geleugnet wird. Patricia, eine Freundin von Emilia wird verdächtigt, doch sie nimmt sie in Schutz und zudem haben wir noch keine Beweise. Nun heißt es auf Profilen herumschnüffeln und Informationen sammeln, und gleichzeitig versuchen, Emilia einfühlsam davon zu überzeugen, dass Patricia rechtes Gedankengut teilt. Dabei unterstützen unsere neuen Freund:innen von der Zeitung uns mit Hintergrundwissen über die Codes und Zeichen aus der rechten Szene, und wie wir sie erkennen können.

Die zweite Episode spielt zwar unabhängig von der ersten, trotzdem ist man wieder neues Mitglied im Schulblog. Diesmal haben Rechte ein Onlinemeeting der Schule mit Hakenkreuzen und anderen nationalsozialistischen Zeichen geflutet. Dafür soll ein Streamer verantwortlich sein, der sich selbst der ‚Masked Gamer‘ nennt. Möglicherweise steckt dahinter ein ehemaliger Schulkamerad: Phillipp.
Unsere Aufgabe ist es nun, herauszufinden, ob Phillipp wirklich der Masked Gamer ist, oder zumindest für das Videobombing verantwortlich ist. Auch hier werden wir an die verschiedenen Codes von Rechten und Verschwörungstheoretikern herangeführt. Es gilt: aufmerksam sein, alles gut lesen, recherchieren und keine vorschnellen Entscheidungen treffen.

Der Versuch zu sensibilisieren, aufmerksam zu machen und Wissen über die Herangehensweise und Symbole von Rechten zu vermitteln, ist ganz und gar geglückt. Es werden nicht nur die bekanntesten rechten Symbole vorgestellt, sondern auch weniger offensichtliche. In der zweiten Episode werden zudem noch auf Verschwörungstheorien und Fake News eingegangen, welche besonders jetzt in der Pandemie geteilt werden und kursieren.
Das Spiel ist kurzweilig und bietet Wiederspielwert an. Jede der bisherigen Episoden kann man in kurzer Zeit durchspielen, und vielleicht ist man versucht, das nächste Mal andere Antwort- oder Auswahlmöglichkeiten zu wählen, um alternative Wege kennenzulernen.
Die Plattform ist aufgebaut mit Chat, Bildern, Kommentaren, Liken und Storys. Das am Anfang erstellte Profil hat zwar keinerlei Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf, ist aber ein hübsches Detail.
Für eine Person, die bereits Erfahrung mit sozialen Plattformen hat, ist die Nutzungsweise der App instinktiv möglich, andere müssen eventuell etwas herumprobieren – falsch machen kann man aber nichts, die Story ist stur linear und geht nur dann weiter, sobald der Arbeitsauftrag erledigt ist.
Nur die Art und Weise, wie die Charaktere miteinander kommunizieren und schreiben wirkt in meinen Augen etwas hölzern. Aber womöglich schreiben manche Menschen (Jugendliche) wirklich so miteinander und es spiegelt die Realität wider.

Die App wurde speziell für Bildungsarbeit entwickelt, um Jugendliche ab 14 Jahren über die Radikalisierung in den Medien aufzuklären. Die Bildungsstätte bietet für die Nutzung im Unterricht sogar Fortbildungen an. Aber auch für Privatpersonen eine gute Möglichkeit, um sich bewusst zu werden, wie die rechte Szene das Netz nutzt, um für ihre Zwecke zu mobilisieren. 


Wertung: 12/15 dpt

  • Titel: Hidden Codes
  • Entwickler: Playing History
  • Publisher: Bildungsstätte Anne Frank
  • Genre: Serious Games
  • Erschienen: Anfang 2021
  • Plattform: PC
    iOS
    Android
  • Sprache: Deutsch
  • USK: 14
  • Sonstige Informationen:
    Produktseite
    Erwerbsmöglichkeiten
    Seite zum Game


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