Die thematischen Relevanz, seine Kurzweiligkeit und nicht zuletzt das handliche Format machen „Kunst ist wichtig” zu einem Buch, welches sich mehr als einmal zu lesen lohnt.

© Eichborn Verlag

Neil Gaiman ist Autor zahlreicher Bücher, Graphic Novels und Drehbücher. In der Welt der Fantasy-Comics ist er eine feste Größe. So ist er der Schöpfer diverser Comic-Serien, wie „American Gods“ oder „The Sandman“. Für Letztere erhielt er als erster Autor einen Literaturpreis für einen Comic. Bis heute wurde Gaiman für seine Werke vielfach ausgezeichnet. Er erhielt unter anderem auch den Hugo Award, welcher einer der bedeutendsten Preise der Science-Fiction-Literatur ist.  Für sein aktuelles Werk „Kunst ist wichtig“ arbeitete Gaiman mit dem Karikaturisten und Illustrator Chris Riddell zusammen. Dieser bebilderte zahlreiche Werke, wie Goth Girl oder auch Romane von Terry Pratchett.

Beim ersten Blick in das aktuelle Werk von Gaiman fällt auf, dass man nicht gezwungen ist chronologisch vorzugehen, da sich das Buch in vier größere Kapitel untergliedert, die nicht direkt aufeinander aufbauen. Diese Anordnung dient eher einer inhaltlichen Orientierung, da jede Seite mit der jeweiligen Miniatur und der dazugehörigen Illustration auch losgelöst von den Kapiteln betrachtet werden kann.

Zu Beginn beschreibt Gaiman sein „Credo“ und geht darauf ein, wie wichtig es ist, dass sich jeder Mensch mit seinen eigenen Ideen auseinandersetzt und diesen Ausdruck verleiht. Er ruft merklich dazu auf und unterstreicht vor allem in Bezug auf Terror und Gewalt, dass diese niemals eine Chance gegen die Idee als solche haben, da diese einfach da ist, ganz gleich, ob man sie bekämpft oder nicht. Eine Thematik, die aktueller nicht sein könnte und dem Lesenden Mut zuspricht.

Ich glaube, dass Menschen, Bücher und Zeitungen Ideen beinhalten und dass das Verbrennen von Menschen, die Ideen in sich tragen, genauso wirkungslos ist, wie ein Napalmangriff auf ein Zeitungsarchiv. ES IST SCHLICHT ZU SPÄT. ES IST IMMER ZU SPÄT. Die Ideen sind bereits das draußen. Sie verstecken sich hinter den Augen der Menschen und warten in ihren Gedanken. Sie können geflüstert werden. Sie könne mitten in der Nacht an Mauern geschrieben werden. Sie können gezeichnet werden.

Im weiteren Verlauf thematisiert der Autor die Bedeutsamkeit des Lesens und welch hohen Stellenwert Büchereien und die Literatur in der Gesellschaft einnehmen oder auch einnehmen sollten. Dabei nimmt er Bezug auf seine eigene Jugend und wie ihn das Lesen und die Flucht in seine Fantasie zu dem Autor gemacht haben, der er heute ist. Er geht ebenso auf den Schreibprozess ein, den jeder und jede Schreibende durchläuft und dem es sich zu stellen gilt. Hier stellt er seine eigene Erfahrung vorne an, was gelegentlich etwas aus dem Kontext gerissen wirkt, da dann nicht mehr die Thematik des Schreibens im Fokus steht, sondern er selbst als Person. Diesbezüglich wird deutlich, dass Gaiman das Buch nicht an einem Stück verfasst hat, sondern es sich um eine Ansammlung von Texten handelt, die über mehrere Jahre hinweg entstanden sind.

Gegen Ende des Buches wird er humorvoll und zuweilen auch pathetisch, wenn er seine Leserschaft abermals direkt adressiert und sie auffordert künstlerisch aktiv zu werden und sich davon in keinem Fall abhalten zu lassen.

Nicht nur für Kunstschaffende und -Interessierte hat Neil Gaiman mit „Kunst ist wichtig” ein prägnantes Plädoyer für die Kunst verfasst, das durch die Illustrationen Riddells in ein stimmungsvolles Gesamtbild gesetzt wird. Die Lektüre animiert sich tiefgehender mit den Gedanken des Autors auseinander zu setzen und deren Inhalt zu verinnerlichen, was sicherlich gerade in heutiger Zeit mehr als aktuell und wichtig ist.

  • Autor: Neil Gaiman
  • Titel: Kunst ist wichtig
  • Originaltitel: Art Matters
  • Übersetzer: Rainer Schumacher, Ruggero Leò, Dominique Pleimling
  • Verlag: Eichborn Verlag
  • Erschienen: 2022
  • Einband: Hardcover
  • Seiten: 111
  • ISBN: 978-3-8479-0114-3
  • Erwerbsmöglichkeiten


Wertung: 13/15 dpt


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