Das war 2013 – Chris Popp

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chris-thumbWidmen wir uns zuerst den positiven Dingen. Das Erfreulichste in 2013 ist für mich persönlich selbstverständlich die Entwicklung, die booknerds.de durchlaufen hat. Im November 2012 mit Kollege Klaus Reckert gegründet, war die ganze Sache noch ein Sprung ins kalte Wasser, ungewiss, ob sich überhaupt jemand für uns interessiert, entweder als Leser oder als Mitschreiber. Am Anfang mussten wir noch ein wenig die Werbetrommel rühren, damit die Leser auf uns aufmerksam wurden und potenzielle Mitnerds den Weg in die Redaktion fanden. Doch durch eifriges eigeninitiatives Netzwerken und die ein oder andere überraschende Verlinkung seitens Autoren, Künstlern und Verlagen, aber auch durch den Enthusiasmus zahlreicher Buchblogger, fanden monatlich mehr Leser zu uns, sodass wir mittlerweile um die 7000 Besucher (sogenannte „Unique Visitors“) pro Monat vorweisen können, Tendenz steigend. Ebenso haben sich so viele gute Leute beworben, dass aus dem anfänglichen Zwei-Mann-Projekt ein neunköpfiges, buntes und vielseitiges Team geworden ist, mit dem zusammenzuarbeiten wahre Freude bereitet. Obendrein entwickelt booknerds eine Eigendynamik, die ich so nicht erwartet hätte.

Hinsichtlich der Highlights in Literatur, Film und Musik ist es mir unmöglich, mich auf eine bestimmte Anzahl von Titeln zu beschränken, weil da so unverschämt viel Gutes dabei war. Daher dachte ich mir, eine Auflistung mit jeweils kurzer Begründung liest sich am bequemsten. Hierbei sei erwähnt, dass einige der Titel auch aus früheren Jahren stammen, doch für mich persönlich ins Jahr 2013 gehören, weil ich sie in diesem Jahr erst genießen konnte. Den Versuch, die Liste kurz zu halten, habe ich aufgegeben.

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Bücher (alphabetisch nach Autor sortiert):

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Hörbücher, Hörspiele (alphabetisch nach Autor sortiert):

Livemitschnitte (alphabetisch nach Künstler sortiert):

Filme und Serien (alphabetisch nach Titel sortiert):

  • Albert Nobbs
    …weil dieser Film auf ganz eigene Art berührt und Janet McTeer und Glenn Close zumindest in meinem Kopf schauspielerisch ein Denkmal gesetzt haben.
  • Alphas, Staffel 1
    …weil hier, ähnlich wie bei den meisten anderen Syfy-Serien auch, immer ein wenig Ironie mitspielt und die Macher originelle und liebenswerte Charaktere erschaffen haben. Superhelden und Antihelden im 2-in-1-Kombipack.
  • Eureka, Staffel 5
    …weil auch diese Syfy-Serie – auf individuelle Art, wie die anderen aus selbigem Haus – lustig, schrullig, dramatisch, lieb, spannend und endbescheuert zugleich ist.
  • Fairly Legal, Staffel 1
    …weil hier gezeigt wird, dass es in rechtlichen Streitfällen nicht immer nur Gewinner und Verlierer geben muss, sondern auch ein Mittelweg angestrebt werden kann. Außerdem ist die Serie eine toll besetzt: Sarah Shahi, Baron Vaughn, Michael Trucco und Virginia Williams.
  • Hannibal, Staffel 1
    …weil diese Serie fast perfekt sämtliche künstlerischen Ebenen miteinander verschmelzen lässt und psychologisch schlichtweg genial konstruiert ist.
  • Dr. House, Staffel 8
    …weil die Serie am Ende doch noch mal die Kurve gekriegt hat, aus jeder Figur das Beste herausgeholt wurde und die Serie zu einem würdigen Ende gekommen ist.
  • Iron Man 3
    …weil diese Mischung aus Komödie und Superheldenepos einfach tolles Popcornkino ist.
  • Justified, Staffel 3
    …weil diese Mischung aus modernem Western, Clankriegen und persönlichen Dramen hier absolut perfekt und authentisch in ein Serienformat gebracht wurde.
  • Love Stories – Erste Lieben, zweite Chancen
    …weil dieser Film so sehr voller Liebe steckt, ganz ohne Kitsch, ganz ohne Schmalz, ganz ohne rosa Glitzerstaub.
  • Mademoiselle Populaire
    …weil dieser auf 50er getrimmte Film um eine Sekretärin, die sehr bald bei Maschinenschreibwettbewerben antritt, so herzzereißend schön und liebevoll inszeniert ist und bis hin zur Kulisse alles stimmt.
  • Der Nächste, bitte!
    …weil diese Komödie einfach wunderbar schräg ist und mit Dany Boon und Diane Kruger die perfekten Hauptdarsteller vor der Kamera standen.
  • Parenthood, Staffel 1
    …weil ich kaum eine schönere, liebevollere, vielschichtigere Großfamilienserie gesehen habe. Grandiose Schauspieler, unzählige Minidramen und eine Menge zum Lachen.
  • The Place Beyond The Pines
    …weil dieser Streifen mit unfassbar charakterstarken Schauspielern dreieinhalb packende, ergreifende, ineinander verwobene Geschichten erzählt und einen im tiefsten Inneren berührt.
  • Raising Hope, Staffel 1
    …weil kaum eine Serie so wunderbar Nonsens, Peinlichkeit und tonnenweise Herzlichkeit und Liebe miteinander vereint.
  • Royal Pains, Staffel 3
    …weil die Serie einfach schöne Dramedy ist und von Staffel zu Staffel beachtliche qualitative Sprünge macht.
  • Silver Linings
    …weil der Film, wenngleich er mit dem (ebenfalls tollen Buch von Matthew Quick) mit zunehmender Dauer immer weniger mit der Romanvorlage zu tun hat, einfach eine grandiose Geschichte erzählt und der gelegentlich komödiantische Anteil, der im  Buch etwas fehlt, hier erfrischend wirkt. Trotz der Gabelung eine tolle Literaturverfilmung.
  • Warehouse 13, Staffel 3
    …weil die sich von Staffel zu Staffel verbessernde Serie Mystery-Elemente, Comedy und ein wenig Drama so wunderbar schrullig miteinander vereint.
  • Ziemlich beste Freunde
    …weil der auf einer wahren Begebenheit basierende Film eine solche Positivität versprüht, dass einem sowohl vor Lachen als auch vor tiefer Rührung die Tränen kommen. Einfach grandios, wie hier ein Pfleger seinem Patienten den Lebensmut – wenn auch zuweilen extrem unkonventionell – wieder zurückgibt.

Musik (analphabetisch sortiert):

cp-sadDas Negative lieber in Kurzform. Politisch und privat (abgesehen von meiner wunderbaren Familie) war 2013 ein Jahr, das man in die Tonne treten kann, und im medialen Bereich hat mich vor allem der qualitative Absturz des deutschen Fernsehens am meisten entsetzt, da ich nicht glauben wollte, dass es noch schlimmer kommen könnte. Auch erschien mir 2013 kunstübergreifend, ganz egal, ob Film, Literatur oder Musik, so gleichgeschaltet wie noch nie – selten habe ich so viele Titel genervt „überblättert“. Doch neben solcherlei Ärgernissen gab es auch Trauriges zu vermelden: Wolfgang Herrndorfs Tod (Nachruf) hat mich noch einige Zeit trotz des Wissens, dass er nicht mehr lange auf sich warten ließ, ziemlich beschäftigt.

cp-bitteMeine Hoffnungen für 2014 sind, dass sämtliche mir wichtige Menschen gesund bleiben, ebenso die zahlreichen Künstler/Autoren/Musiker da draußen – ist ja kaum zu glauben, wer uns 2013 alles weggestorben ist. Auch wünsche ich mir mehr Mut seitens der Verlage, der Labels und der Fernsehsender und weniger Angsthasenfußball, Trittbrettfahrerei und Absatzorientiertheit. Massenkompatibilität, Einschaltquoten und Verkaufscharts kann doch nicht den Gipfel der künstlerischen Evolition darstellen. Und natürlich wünsche ich mir, dass das Interesse der Leser an booknerds.de auch weiterhin steigt und wir uns irgendwann vielleicht sogar einen guten Namen im Medienkritikdschungel erarbeiten können. Und der größte Wunsch ist, endlich diesem Dorfmief zu entkommen – bezahlbare 4-ZKB-Wohnung gesucht! ;)

Fotos: privat

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Über den Autor

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Chris‘ Nerd-Schreibtisch

Gebürtiger Mannheimer. Jahrgang 1974. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Besessen von Büchern, Serien, Hörbüchern, Computerkram, Kaffee und Königsberger Klopsen. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.

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Das war 2013 – Chris Popp

von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 9 min
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