Das war 2014 – Chris Popp

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Chris Popp Foto © privatEhrlich gesagt: 2014 war ein Jahr des Zwiespalts. Es gab viel Erfreuliches, allerdings auch einige Dinge, bei denen im Vergleich mit einem Furunkel selbiges jeweils das geringere Übel gewesen wäre. Noch vor Helene Fischer, Markus Lanz und Radiomusik. Serverausfälle, ein spontaner Computerexitus, Pegida, Asozialisierung der Gesellschaft. Das in seiner Summe (und noch viel mehr, aber ich hab nicht mal Lust, überhaupt daran zu denken) zwiebelte teilweise ganz schön.

Traurig machten mich die Tode vieler namhafter Menschen – wer die Medien auch nur halbwegs aufmerksam verfolgt hat, wird wissen, von welchen Künstlern und Prominenten ich spreche. Wer da an Film-, Literatur- und Musikpersönlichkeiten alles den Löffel abgab, war schon heftig… ruht in Frieden, ihr Guten.

Privat war das Jahr ein schönes – mit der Familie ist es top (und das seit über 13 Jahren trotz aller Turbulenzen von außen – uns vier kriegt niemand klein!), ich habe ein paar lustige neue Leute kennengelernt, und beruflich zeigte sich auch endlich eine Entwicklung. Zwar nichts, was ich als berauschend bezeichnen würde, aber meine Rentenkasse nimmt jeden Cent dankbar an.

Und dies klingt fast schon wie eine Wiederholung aus 2013: Besonders erfreulich ist die Entwicklung, die booknerds.de vergangenes Jahr durchgemacht hat. Als wir Ende 2012 als Zwei-Mann-Team angefangen haben, hätte ich im Leben nicht damit gerechnet, dass wir irgendwann ein derart großes Team werden würden wie wir es jetzt sind. Letztes Jahr waren wir dann „nur“ zu neunt, jetzt bewegen wir uns auf die doppelte Schreiberzahl zu. Da finden sich auf einmal Pressesprecher eines großen Verlags, Chefredakteure, stellvertretende solche und Mitarbeiter etablierter Online-Literaturmagazine und allerlei weitere interessante Persönlichkeiten im Schreiber-Team wieder, die sich auch noch wohlzufühlen scheinen.

Von dieser personellen Vielfalt profitiert booknerds.de erheblich, denn genau das, was ich mir erträumt habe, wurde wahr: Ein Magazin/Blog zu erschaffen, das sich um Genres nicht schert und sie alle irgendwie bedient – und zwar mit aller Hingabe: Wenn, dann richtig. Auch hinsichtlich der Besucherzahlen ging es deutlich nach oben (mehr als doppelt so viele pro Monat im Vergleich zum Vorjahr!), und selbst auf Facebook und Twitter klettern die Zahlen. Und das erfüllt mich mit Stolz. Es scheint also ganz so, als ob wir uns die Arbeit nicht umsonst machen und da draußen wirklich Leute sind, die uns lesen. Okay, manchmal könntet ihr euch gern auch etwas häufiger an Diskussionen beteiligen, ganz egal, ob via Forum, Kommentarfunktion oder in den sozialen Netzwerken. Traut euch!

Chris Popps TraumAuch wunderbar: Die meist unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Verlagen und Labels – an dieser Stelle kann ich obendrein kaum ausreichend für die Nachsicht danken, die man uns entgegengebracht hat und noch immer entgegenbringt, wenn wir mal wieder länger als selbst gewünscht brauchen.

Eine der größten Überraschungen war mein Geburtstagsgeschenk zum Vierzigsten… da haben Schreiberkollege Philipp Hoffmann und meine liebe Frau tatsächlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um mir „Zettel’s Traum“ von Arno Schmidt (siehe Foto links. Das Weinglas ist ein großes Weinglas…) auf den Geburtstagstisch zu wuchten. Ja, seid ihr denn bekloppt? Ebenfalls herzallerliebst und eine großartige Idee der Kinder: Barry und Sting (bekannt aus Ralph Ruthes „Flossen“-Serie) zieren seit Geburtstag bzw. Heiligabend das Wohnzimmersofa. Irgendwo muss man seiner infantilen Ader auch mal freien Lauf lassen, und da haben die beiden bezaubernden Mädels genau ins Schwarze getroffen.

2014 war für mich ein Jahr der großen Neuentdeckungen, vor allem auf audiovisueller Schiene:

  • Bollywood-Filme. Ich hätte nie gedacht,  dass dieses „Genre“ eine solche Bandbreite aufweisen kann. Eher glaubte ich, Bollywood sei nur quietschbuntes, pathetisches Schnulzkino. Von wegen! Was war ich doch voreingenommen. Beeindruckt hat mich neben der schauspielerischen Klasse vor allem der Mut der Filmemacher. Da werden Genres miteinander verquirlt, bei denen man dachte, sie könnten niemals zusammenpassen. Auch wird in vielen Filmen einfach mal Platz für andere Geschichten gelassen. Da gibt es herrlich bekloppte Actionfilme wie „Ra One – Superheld der Herzen“ oder die „DHOOM“-Reihe, dann wieder tolle Romanzen wie „Veer & Zaara“, und so vieles dazwischen. Und während viele Filmemacher in USA und Europa die Absatzzahlen im Hinterkopf behalten und abwägen, was machbar ist und was nicht, wird in Bollywood nicht lange gehadert, sondern einfach gemacht.
  • Die Serie „Heroes„. Was zum Henker ist das denn? Eine Superhelden-Crime-Drama-Thriller-Soap? So herrlich over the top, so wunderbar komplex, so kreativ und so genial mit den Sympathierezeptoren spielend – das habe ich in diesem Maße noch nie erlebt. Und Zachary Quinto, ja, der ist spontan zu einem meiner absoluten Lieblingsschauspieler avanciert. Genial. Zu verdanken habe ich diese Neuentdeckung meiner Ziehtochter (und seit einiger Zeit auch Mitschreiberin) Pauline, die die gesamte Familie angefixt hat.
  • Die Serie „Torchwood„. Ähnlich wie bei „Heroes“, ein kranker Mix aus allem erdenklichen, gepaart mit etwas „Zurück in die Zukunft“-Flair. Waren die ersten beiden Staffeln noch zum Üben und zeigten mehr oder minder Fälle der Woche (und wussten mich bereits zu begeistern), hat mich die dritte Staffel, das serialisierte „Kinder der Erde“, völlig aus den Socken gehauen. DAS nenne ich großes Kino. Auch die vierte Staffel, „Miracle Day“ mit zehn Folgen durchgehender Handlung, ist schlichtweg spektakulär. Ja, es wird wohl Zeit, sich auch mit Doctor Who vertraut zu machen. Ich gebe zu, da herrschte (Torchwood) beziehungsweise herrscht (Doctor Who) eine klaffende Wissenslücke.
  • Die „Zurück in die Zukunft„-Trilogie. Ja, wirklich, ich kannte den zweiten und dritten Teil nicht, und den ersten hab ich gesehen, als er in die Videotheken kam – also als ich gerade so 11 Jahre alt war. Vor den diesjährigen Weihnachtstagen haben wir nun jeden Abend einen Teil mit der Familie angesehen, und diese drei Abende gehören zu den unterhaltsamsten in 2014. Und wenn man mal nachdenkt: Die Trilogie hat so einige spätere Machwerke beeinflusst, auch Serien.
  • Extrem klaffende Wissenslücke, Teil 2. Ich habe tatsächlich noch nie die Serie „Twin Peaks“ gesehen und bis zum jetzigen Zeitpunkt auch nur die ersten sechs Folgen der ersten Staffel. Somit nehme ich diese Neuentdeckung auch noch ins Jahr 2015 mit. Und was soll ich sagen: What the hell? Ich bin schon jetzt angefixt von diesem wirklich kruden Genremix. Trash meets Höchstanspruch. Soap meets Horror. Crime meets Slapstick. Und noch vieles mehr, was zu kombinieren kaum denkbar gewesen wäre.

Chris Popps Neuentdeckungen

 (Fotos © privat)

Und nun noch etwas analphabetisch sortierte Listenkost – ohne Priorität hinsichtlich der Listenposition.

Musik:

  • Major Parkinson - Twilight Cinema Cover © DegatonTiere streicheln Menschen – Ihre gröbsten Erfolge
    Schlechter Geschmack in Perfektion. Auch toll: Das musikalische Bonus-Hörspiel „5 Füße für ein Halleluja“. Wer Humor tief unter der Gürtellinie mag: Hier bekommt man ihn!
  • Major Parkinson – Twilight Cinema
    Die Stilmixer aus Norwegen zeigen sich auf ihrem dritten Werk düsterer, aber auch progressiver. Und es ist schlichtweg packend, was die Jungs hier auf die Reihe bekommen haben. Kopfkino deluxe.
  • Devin Townsend – Z²
    Was für ein Doppelalbum. Da ist mit der ersten CD „Sky Blue“ wohl eines der poppigsten und ohrwurmträchtigsten Townsend-Alben aller Zeiten erschienen, und mit „Dark Matter“ begibt sich Townsend wieder in die abgedrehten Gefilde, die er mit dem ersten ziltoidianischen Album „Ziltoid The Omniscient“ betreten hat. Aufregend!
  • Armageddon – Captivity Devourment
    Erst zelebrierte die Band progressiven, kosmisch angehauchten, melodischen Death Metal, um bei Album numero zwei ein lupenreines Heavy-Metal-Werk in bester Fates Warning-/Iron Maiden-Manier abzuliefern, und dann ging es mit „Three“ gen Power Metal. Jetzt plötzlich wieder ein Schwenk gen Debüt. Und das in äußerst spannend und faszinierend. Grandiose Melodien, tolle Arrangements.
  • The Devil Makes Three - I'm A Stranger Here Cover © New West RecordsSanctuary – The Year The Sun Died
    Nachdem Nevermore nun auf Eis liegen, hat sich Warrel Dane wieder mit demGroßteil der Sanctuary-Mitglieder zusammengetan und mit ihnen ein bodenständiges, angenehm natürlich produziertes Album veröffentlicht, das weder Nevermore light noch gewollt an alte Sanctuary-Tage anknüpfend ist, sondern einfach ein gutes, zeitloses Metal-Album, völlig unverkrampft.
  • The Devil Makes Three – I’m A Stranger Here
    Ein Bluegrass/Ragtime-Album, das gleichermaßen tränenrührend melancholisch wie Lachfalten erzeugend wirken kann.
  • Martyrdöd – Elddop
    Perfekt, um negative Gefühle zu kanalisieren. Metallischer Crustcore mit viel Druck auf der Düse. Danach ist alles wieder gut. :)

…und in der Tat läuft ansonsten hauptsächlich Musik aus den Jahren und Jahrzehnten davor.

(Cover von oben nach unten © Degaton Records, New West Records)

Bücher:

  • Almut Schnerring/Sascha Verlan - Die Rosa-Hellblau-Falle Cover © Kunstmann VerlagMikael Niemi – Die Flutwelle
    …, weil ich nie gedacht hätte, dass mir ein literarischer Katastrophenfilm gefallen könnte. Toller Einblick in die Köpfe der Menschen, wie sie sich in lebensgefährlichen Situationen verhalten, sich verändern, ihren wahren Charakter offenbaren.
  • Sascha Verlan & Almut Schnerring – Die Rosa-Hellblau-Falle
    …, weil sie selbst Geschlechterklischeegegnern vor Augen führt, wo es in Gesellschaft, Marketing, Wirtschaft und Politik noch ordentlich hakt. Ein Buch, das sensibilisiert!
  • Matthias Sodtke – Nulli & Priesemut #19
    …, weil diese Bücherreihe einfach drollig ist und so voller Details steckt, dass einem das Herz aufgeht.
  • Zoran Drvenkar – Still
    …, ein Buch, mit dem Drvenkar mal wieder beweist, dass er einer der besten Thrillerautoren ist. Mir blieb nicht selten die Spucke weg.
  • Nils Mohl - Mogel (Cover © Rowohlt)Berni Mayer – Der große Mandel
    …, der würdige und bombastische Abschluss der Trilogie. Herrlich menschlich, herrlich skurril, grundehrlich und saucool.
  • Nils Mohl – Mogel
    …, weil dieser Ausreißer aus der „Glaube Liebe Hoffnung“-Trilogie („Stadtrandritter“, „Es war einmal Indianerland“ und ein noch kommender Band), der für sich alleine steht, ein wunderbar verrücktes Jugendbuch ist, das auch zeigt, dass aus Jux und Dollerei schon mal die ein oder andere brenzlige Situation entstehen kann.
  • Michele Serra – Die Liegenden
    … ist hingegen ein großartiger innerer Dialog eines desillusionierten Vaters, dem der Sohn entgleitet. Ein Sohn, der zu Hause nur noch in seiner virtuellen Welt an Laptop und Smartphone lebt und zu nichts zu motivieren ist. Absoluter Geheimtipp.
  • Ole Könnecke – Die Abenteuer von Lester und Bob
    Was für ein schönes Kinderbuch. Total liebe, einfach gezeichnete Charaktere und eine wunderschöne Darstellung, was echte Freunde ausmacht.John Dougherty/David Tazzyman - Stinker und Matschbacke (Cover © Magellan Verlag)
  • Dougherty/Tazzyman – Stinker und Matschbacke und die Doofheit der Dachse
    …, weil es nicht nur originell und phantasievoll ist, sondern auch herrlich anarchistisch. Eine kleine verrückte Geschichte mit vielen skurrilen Charakteren und köstlich krakeligen Illustrationen.
  • Jasmin Ramadan – Kapitalismus und Hautkrankheiten
    …, weil es die Midlife Crisis mal anders zeigt. Die Kunst des Versagens, brillant fiktionalisiert von Jasmin Ramadan.
  • Gregory Sherl – Ab morgen ein Leben lang
    Kitschcover, Kitschtitel, aber das Buch ist eine der originellsten Lovestorys, die ich je gelesen habe. Ohne Klischee, ohne Schmalz und höchst unterhaltsam. Und der Autor weiß den Leser mit den Eigenschaften der Protagonisten gekonnt zu nerven, hähä.
  • Michele Serra - Die Liegenden (Cover © Diogenes)Jason Lefebvre/Zac Retz – Zu viel Kleber!
    Unglaublich schrilles, farbenfrohes, ausdrucksstarkes Kinderbuch der etwas anderen Art, die Geschlechterklischees auf coolste Weise mit Füßen tretend.
  • Julian Hartmann – Schluss mit luschig!
    Männer- und Frauenklischees werden hier unterhaltsamst in Ratgeberform auf die Schippe genommen. Ja, es geht auch anders als Mario Barth.
  • Robin Sloan – Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra
    Junger Mann sucht Job und findet ihn in jener Buchhandlung, doch bald trifft er auf „verbotene“ Bücher, die er sich irgendwann selbstverständlich doch ansieht. Auch verirrt sich eine junge Kundin, die bei Google arbeitet, während seiner Schicht im Laden. Doch das Buch ist mehr als nur eine Romanze und eine Ode an die Literatur…
  • Banana Yoshimoto – Der See
    Franziska Wilhelm - Meine Mutter schwebt im Weltall... (Buch) Cover © Klett-CottaEine Liebesgeschichte der besonderen Art, die ihren ganz eigenen, urbanen und fernöstlichen Zauber besitzt.
  • Franziska Wilhelm – Meine Mutter schwebt im Weltall und Großmutter zieht Furchen
    Irgendwo zwischen Herrndorfs „tschick“, Rogenhagens „Heldensommer“ und Wells‘ „Fast Genial“ und doch so anders…
  • Sonja Kaiblinger – Scary Harry 2 – Totgesagte leben länger
    Fortsetzung der Buchreihe rund um die Vampirfledermaus Vincent, den jungen Otto und den Sensenmann Harold… der seinen Urlaub leider abbrechen muss. Phantasievoll, schräg und urkomisch.

     

(Buchcover von oben nach unten
© Kunstmann Verlag, rowohlt Verlag,
Magellan Verlag, Diogenes Verlag
und Klett-Cotta Verlag)

 

Hörbücher:

  • Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods Hörbuch - Cover © Random House AudioPatrick Salmen – Ich habe eine Axt
    …, weil kaum ein Mensch schöner genervt sein kann als er.
  • Gavin Extence – Das unerhörte Leben des Alex Woods
    Eines der rührendsten und skurrilsten Hörbücher, die ich je gehört habe, schön gelesen von Florian Lukas. Man schließt den Protagonisten sofort in sein Herz, ohne Umwege.
  • Donna Tartt – Der Distelfink
    …, weil die Geschichte einfach wunderbar erzählt wird. Ausufernd, episch, und doch ist man mittendrin. Okay, ich bin erst zu 95% durch, aber ich denke, meine Meinung hat sich gefestigt. Und Matthias Koeberlin ist einer der besten Sprecher. Respekt vor diesen 33 1/2 Stunden Lesearbeit.
  • Zoran Drvenkar – Still
    … ist bereits in gedruckter Form legendär, und Sprecher Christoph Maria Herbst hat „Still“ den letzten Schliff verpasst. Wahnsinn, man glaubt kaum, dass Herbst eigentlich eher in unterhaltsameren Gefilden zu Hause ist. Packend, schaurig und stellenweise richtg fies.
  • Zoran Drvenkar - Still (Hörbuch, Cover © Der Audio Verlag)Stephan Bartels – Dicke Freunde
    …, weil es herrlich herzlich und lieb geschrieben ist und von Christian Ulmen großartig vertont wurde. Zwei übergewichtige Männer auf der Suche nach der perfekten Diät und nach sich selbst.
  • Seth MacFarlane – A Million Ways To Die In The West
    …, weil Martin Baltscheit diese Westernsatire so göttlich liest, dass man aus dem Lachen gar nicht herauskommt. Mindestens so gut wie der Film.
  • Scott Hutchins – Eine vorläufige Theorie der Liebe
    …, weil künstliche Intelligenz und Emotionalität in diesem Roman so originell aufeinanderprallen. Schön kühl von Torben Kessler gelesen.
  • Stephan Bartels - Dicke Freunde Cover © Random House AudioHeinrich Steinfest – Der Allesforscher
    …, weil der Autor den Leser hier erst einmal überrumpelt und ihn anschließend an der Nase herumführt. Und Markus Boysen verleiht der Geschichte mit seiner Stimme genau das richtige Feeling.
  • Lars Simon – Elchscheiße
    Mutet an wie Sat.1-Komödie, ist aber ein herrlicher, slapstickiger und gleichermaßen philosophischer Roman, in welchem der Mittdreißiger Torsten Brettschneider unverhofft einen Hof in Schweden erbt. Er lässt sich auf das Erbe ein, und das Chaos bricht aus. Sehr witzig von Holger Dexne vorgetragen. Und wer glaubt, dass der im Sommer erschienene Nachfolger „Kaimankacke“ (bereits gehört, Rezension steht zum momentanen Zeitpunkt noch aus) ein lauer Aufguss ist, der irrt…
  • Matt Haig - Ich und die Menschen Hörbuch Cover © der HörverlagWilliam E. Bowman – Die Besteigung des Rum Doodle
    Eine Bergsteigersatire, unfassbar lustig und goldig. Und mit Jürgen von der Lippe wurde der passende, perfekte Sprecher gewählt.
  • Botho Strauß – Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger
    Heinz Strunk hat aus diversem von Botho Strauß Niedergeschriebenem Material, das er zerpflückt hat, seine ganz eigene Geschichte gebastelt. Der Puzzlemeister liest diesen neu entstandenen Text bedrückend emotional, und man merkt, wie viel ihm Strauß‘ Literatur bedeutet. Sehr sonderbar, sehr anders
  • Matt Haig – Ich und die Menschen
    Ein Professor findet sich nackt auf der Straße wieder und hält sich für einen Außerirdischen. Was so skurril und verrückt klingt und in vielerlei Hinsicht auch urkomisch erzählt wird, birgt aber auch hochgradig philosophische und rührende Elemente in sich. Christoph Maria Herbst zeigt sich hier einmal mehr als Chamäleon – der Mann kann nicht nur Thriller und Comedy, er kann auch hochsensible Geschichten wie diese.
  • Heinz Strunk liest Botho Strauß - Der zurück in sein Haus gestopfte Jäger (Cover © ROOFmusic/tacheles!)Philipp Möller – Bin isch Freak, oda was?
    Der ehemalige Lehrer und Autor von „Isch geh Schulhof“ schildert hier seine nachschulischen Beobachtungen und hat sich sein Umfeld, direkt und indirekt, mal etwas genauer umgeschaut. Christian Ulmen liest diese Erzählungen in seiner unvergleichlichen Art, sodass man keine Sekunde lang weghören kann. Philosophisch und lustig.

(Hörbuchcover von oben nach unten
© Random House Audio, Der Audio Verlag,
Random House Audio, der Hörverlag
sowie ROOF Music/tacheles!

Filme:

  • Ummah - Unter Freunden - Cover © Senator FilmUmmah – Unter Freunden
    …, weil das mal wieder ein wunderbarer ehrlicher Film aus Deutschland war, der zeigt, wie Multikulti funktionieren kann, wenn man nur will. Definitiv ein Lichtblick in der doch eher mauen hiesigen Film- und Fernsehlandschaft.
  • Lunchbox
    Bollywood mal anders. Ein Dabbawalla verwechselt zwei Lunchboxen, und die Hausfrau und Ehefrau eines windigen Geschäftsmannes ‚bekocht‘ einige Zeit lang einen Büroangestellten, der kurz vor der Rente steht. Der ist den geschmacksneutralen Standardkram aus der Fressbude unweit seines Arbeitsplatzes gewöhnt… bald tauschen die beiden Nachrichten über die Lunchboxen aus, und die beiden lernen sich kennen, ohne sich je gesehen zu haben. Sehr feinfühlig erzählt und überraschend un-bunt.
  • alphabet - Angst oder Liebe DVD Cover © FilmladenPrisoners
    Fieser Thriller, packend von einer hochkarätigen Besetzung gespielt. Zwei Familien mit je einer Tochter treffen sich wie jedes Jahr zu Thanksgiving, als plötzlich die beiden Töchter der Eltern spurlos verschwinden. Der Verdacht fällt recht schnell auf den geistig zurückgebliebenen Nachbarssohn, der am liebsten Zeit im Wohnmobil verbringt. Die beiden Väter greifen zu drastischen, zuweilen unmenschlichen Mitteln… Ich bin ja normalerweise nicht so der Fan negativ geprägter Filme, aber dieser hier… uff.
  • alphabet
    Eine Wagenhofer-Doku, die aufdeckt, wie unsere verrosteten Schulsysteme die Kreativität und Begabung unserer Kinder mit Füßen tritt und sie im Keim erstickt.
  • Madame Mallory und der Duft von Curry Filmplakat © Constantin FilmDer Schaum der Tage
    Irrwitzige Mischung aus Drama und Komödie, höchstgradig surreal und voll überbordender Phantasie. Sieht so aus, als müsste ich die Romanvorlage von Boris Vian irgendwann auch mal lesen…
  • Madame Mallory und der Duft von Curry
    Im Kino gesehen. Ein wunderschöner, bildgewaltiger und atmosphärisch ansprechender Hollywood-Bollywood-Mix. Indische Familie zieht nach Frankreich und eröffnet gegenüber des Restaurants von Madame Mallory ebenfalls ein Restaurant… das passt der Dame gar nicht, doch die Fähigkeiten des Chefkochs entgehen ihr nicht. Toller Clash-of-the-Cultures-Film.

(DVD-Cover von oben nach unten © Senator Film, Filmladen.at/Pandora,
Filmplakat Madame Mallory © Constantin Film)

Serien:

  • Death In Paradise Staffel 3 (Cover © edel Motion)Cracked – Staffel 1 und Staffel 2
    … waren leider die einzigen Staffeln dieser kanadischen Crime-Serie, die wie eine etwas bodenständigere Version von Criminal Minds daherkommt, aber beileibe kein Abklatsch davon ist.
  • Hannibal – Staffel 2
    … weil auch die zweite Staffel der Neuadaption der Thomas Harris-Romane ein unfassbar geniales Gesamtkunstwerk ist.
  • Grimm – Staffel 3
    … weil die Serie nach der durchwachsenen zweiten Staffel doch die Kurve gekriegt hat, und das ziemlich gut. Natürlich teilweise cheesy und kitschig und total drüber. Aber schließlich reden wir hier von Märchen, ja?
  • Death in Paradise – Staffel 3
    … weil man moderne Krimis und Klassiker kaum besser kombinieren kann als hier. Toller Whodunnit-Krimistoff in karibischem Setting, mit viel Humor. Kris Marshall ist als neuer Detective Inspector Humphrey Goodman ein würdiger Nachfolger des ausgestiegenen Ben Miller, der in seiner Rolle als Detective Inspector Poole die Messlatte ganz schön hoch setzte.
  • Leverage - Staffel 5 (Cover © edel Motion)Lewis – Staffel 1-3 in der Collector’s Box
    …, weil die Nachfolgeserie der ebenso urbritischen, ebenso tollen Serie „Inspector Morse“ einen gewissen Charme besitzt. Ich mag diese anspruchsvolleren Krimis.
  • Mr Selfridge – Staffel 1
    Diese Serie, die lose auf der Biographie des echten Harry Gordon Selfridge basiert, hat mich ziemlich überrascht. Ein Amerikaner kommt Anfang des 20. Jahrhunderts nach England und möchte ein Kaufhaus aus dem Boden stampfen. Keiner glaubt an ihn… Tolle Kostüme, grandiose Schauspieler, brillante Serie.
  • Leverage – Staffel 5
    …, weil diese leider mit dieser Staffel endende Serie eine der besten aller Zeiten ist. Ein Schauspielerquintett der Extraklasse, die richtige Dosis Humor, alles schlichtweg perfekt.
  • Parenthood Staffel 2 DVD Cover © Universal PicturesJustified – Staffel 3
    Unglaublich, diese Wendungen. Und eine der widerlichsten Antagonisten bis dato. Was für ein genialer Mix aus richtig bösartigem Krimi und sonderbarem Humor mit etwas Drama. Und ein Schauspieleraufgebot vom Feinsten…
  • psych – Staffel 6
    Immer, wenn man glaubt, Cast und Crew haben sich festgefahren, wird noch eins draufgesetzt. Eine der originellsten Serien, die leider mit Staffel 8 zu Grabe getragen wird. Besser geht Feelgood-Crime kaum. Großartig: Die Hommagen an „Police Academy“ und „Twin Peaks“ in diversen Folgen. Ich freue mich schon auf die Doppelfolge der siebten Staffel – „psych“ goes Musical!
  • Parenthood – Staffel 2
    Eine der besten Familienserien der letzten zwanzig Jahre. Im Braverman-Clan geht alles drunter und drüber, emotionales Chaos, wohin man sieht. Laut, turbulent, voller Liebe und Menschlichkeit. Schwierig zu beschreiben, sollte man gesehen haben.
  • Elementary Season 1.1 - DVD Cover © ParamountMotive – Staffel 1
    Eine Krimiserie aus Kanada, in der man den Täter und das Opfer gleich am Anfang kennen lernt. In dieser Serie, die ohne Schnickschnack auskommt, geht es um die Motive der Morde. Erfrischend anders.
  • Warehouse 13 – Staffel 4
    …, weil die vierte Staffel eine interessante Weiterentwicklung zeigt. Schade, dass mit der fünften, stark verkürzten Staffel dann Sense sein wird.
  • Elementary – Staffel 1
    …, weil diese mutige Sherlock-Holmes-Adaption schlichtweg originell ist. Das mag so manchen Puristen nicht ansprechen, ganz klar. Aber diese Modernisierung und eigenständige Fälle machen meiner Meinung nach den Reiz von „Elementary“ aus.

(DVD-Cover von oben nach unten
© edel Motion (2x), Universal Pictures, Paramount)

2015 kann nun kommen. Ich bin furchtlos. Das Schlechte ist zum Überwinden und hinter sich lassen da. Anstatt mich darüber zu ärgern, freue ich mich lieber auf das Gute, was da draußen noch warten mag. Außerdem wartet da noch ein bedrohlich schwankender Stapel an Büchern und Hörbüchern auf mich… dies hier sind lediglich die Bücher… ähem…

Chris Popps SuB

Und damit seid ihr von meinem Textschwall erlöst. Ich wünsche Euch allen ein fabelhaftes 2015!

 

 

 

 

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Über den Autor

Chris Popp

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Chris‘ Nerd-Schreibtisch

1974 in Mannheim geboren, in Heidelberg aufgewachsen, lebt nach 16 Jahren in der nordhessischen Provinz vor Kassel seit 2017 in Berlin. Seine Frau hält es seit 2001 mit ihm aus. Booknerd, Hörbuchnerd, Computernerd, Filmnerd, Seriennerd, Kaffeenerd, Foodnerd, Königsbergerklopsenerd. Meidet belanglosen Smalltalk und schätzt tiefgründige Gespräche. Nachteule. Freundlicher Teilzeitselektivmisanthrop.
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Das war 2014 – Chris Popp

von Chris Popp Artikel-Lesezeit: ca. 14 min
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